Syrische Jugendliche durchsuchen Trümmer nach Luftangriffen. | Bildquelle: dpa

UN-Hilfen für Syrien Kompromiss in letzter Minute

Stand: 11.01.2020 02:02 Uhr

In letzter Minute hat sich der UN-Sicherheitsrat auf die Fortführung seiner Hilfen für notleidende Opfer des Bürgerkrieges in Syrien geeinigt. Auf Drängen Russlands wurde das Programm aber beschnitten.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio Washington

Die Versorgung von rund vier Millionen Syrern wird nach Druck aus Moskau komplizierter. Russland stimmte der ursprünglichen Resolution lediglich in einer abgespeckten Version zu: Danach kann die Lieferung  von Essen, Trinkwasser und Medikamenten künftig nur noch über zwei türkische Grenzübergänge nach Syrien erfolgen.

Bislang war es den UN erlaubt, wichtige Hilfsgüter über vier Grenzübergänge in Teile des Landes zu bringen, die nicht von Syriens Machthaber Assad kontrolliert werden. Auf Drängen Russlands sollen die Maßnahmen auch lediglich für weitere sechs Monate gelten. Russland ist Assads engster Verbündeter.

Deutscher und belgischer Kompromiss

Die Einigung auf den von Deutschland und Belgien erarbeiteten Kompromiss wurde in letzter Minute errungen. Das Hilfsprogramm wäre sonst um Mitternacht ausgelaufen. Im Dezember hatten Russland und China erst gegen die Verlängerung gestimmt. Russlands Begründung: Syriens Machthaber Assad habe die Kontrolle über einen Großteil des Landes wieder erlangt. Die syrische Regierung sei wieder in der Lage, die Hilfen selbst über das Landesinnere zu verbreiten. 

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Januar 2020 um 06:00 Uhr.

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