Zerstörte Häuser in Idlib | Bildquelle: YEHYA NEMAH/EPA-EFE/REX/Shutters

Viele Kinder unter Opfern Viele Tote bei Luftangriff in Idlib

Stand: 21.03.2018 17:24 Uhr

EIgentlich sollte in der nordsyrischen Provinz Idlib ein Waffenstillstand gelten. Doch bei einem Luftangriff kamen nach Angaben von Aktivisten nun 20 Zivilisten ums Leben, darunter viele Kinder.

Nach Angaben von Aktivisten sind bei einem Luftangriff nahe einer Schule in der syrischen Provinz Idlib mindestens 16 Kinder getötet worden. Das Älteste der getöteten Kinder sei elf Jahre alt gewesen, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Rettungsorganisation Weißhelme meldete, die Kinder seien ums Leben gekommen, nachdem sie nach einem ersten Angriff aus einer Schule geflohen waren, um Schutz in einer Höhle zu suchen. Insgesamt habe es 20 Opfer bei der Attacke in Kafr Batich gegeben.

Es sei unklar, ob syrische oder russische Flugzeuge den Angriff flogen. In der Nähe der Schule befindet sich demnach ein Kontrollpunkt des Dschihadisten-Bündnisses Hajat Tahrir al Scham, das den Großteil der Provinz kontrolliert. Möglicherweise galt der Angriff dieser Einrichtung.

Mehrere Berichte über getötete Zivilisten

Erst am Dienstag kamen nach Angaben von von Ärzten und Aktivisten vor Ort bei einem Luftangriff auf ein Flüchtlingslager in Idlib neun Menschen ums Leben. Am Montag waren bei einem Luftangriff auf eine Schule im Rebellengebiet Ost-Ghouta im Zentrum Syriens Menschenrechtlern zufolge 16 Kinder und vier Frauen getötet worden. Aktivisten machten dafür Russlands Luftwaffe verantwortlich und warfen ihr vor, eine bunkerbrechende Rakete eingesetzt zu haben. Für Medien sind die Angaben kaum zu überprüfen.

Die Provinz Idlib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes ist zum größten Teil unter Kontrolle von Rebellen. Zu den stärksten Gruppen gehört dort der syrische Ableger des Terrornetzwerks al Kaida. In Idlib gilt theoretisch seit vergangenem Jahr eine regionale Waffenruhe, doch starteten die Regierungstruppen mit russischer Luftunterstützung Ende Dezember eine Offensive, bei der sie weite Gebiete im Südosten der Provinz von den Rebellen eroberten. Ziel der Offensive war es, einen strategisch wichtigen Militärstützpunkt unter ihre Kontrolle zu bringen und die wichtige Autobahn zwischen Hama und Aleppo zu sichern.

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