Al-Baschir | Bildquelle: REUTERS

Nach Militärputsch Parteifreunde Baschirs im Sudan inhaftiert

Stand: 21.04.2019 01:03 Uhr

Nach zwei Brüdern haben die Behörden im Sudan offenbar auch einige Parteifreunde des abgesetzten Präsidenten Baschir festgesetzt. Bei den Ermittlungen gegen den Ex-Staatschef sollen in seinem Haus große Mengen Bargeld gefunden worden sein.

Rund eine Woche nach dem Sturz des sudanesischen Präsidenten durch das Militär haben die Behörden mehrere ranghohe Mitglieder der bisherigen Regierungspartei NCP festgesetzt. Das berichtete ein NPC-Mitglied der Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach seien unter den Festgenommenen der amtierende NCP-Chef Ahmed Haroun und der ehemalige erste Stellvertreter des abgesetzten Präsidenten Omar al-Baschir. Zwei weitere Männer wurden unter Hausarrest gestellt.

Zuvor hatte der Militärrat bereits die Festnahme zweier Brüder Baschirs wegen Korruption bestätigt. Aus dem Justizministerium hatte es geheißen, die Staatsanwaltschaft ermittele gegen Baschir wegen des Verdachts der Geldwäsche und des Besitzes großer Geldbeträge ohne rechtliche Grundlage.

Koffer mit Bargeld offenbar gefunden

Bei den Ermittlungen dazu sollen in Baschirs Haus große Mengen Bargeld gefunden worden sein. Ein Insider sagte Reuters, es seien Koffer mit 351.000 US-Dollar, sechs Millionen Euro und fünf Millionen sudanesischen Pfund sichergestellt worden.

Baschir sitzt nach Angaben seiner Familie in einem Gefängnis in der Hauptstadt Khartum. Er war 30 Jahre an der Macht am 11. April nach monatelangen Protesten durch einen Militärputsch entmachtet worden. Nun soll zunächst ein Militärrat das zentralafrikanische Land mit 40 Millionen Einwohnern regieren. Dagegen regt sich aber Protest. Viele Sudanesen fordern eine rasche Übergabe der Macht an eine Zivilregierung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. April 2019 um 02:00 Uhr.

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