Proteste im Sudan | Bildquelle: AFP

Nach Machtwechsel im Sudan Tausende trotzen der Militärregierung

Stand: 12.04.2019 13:20 Uhr

Präsident Al-Baschir ist gestürzt, die Proteste im Sudan gegen die neue Militärregierung gehen aber weiter: Trotz einer Ausgangssperre haben Tausende Sudanesen in der Hauptstadt Khartum demonstriert.

Nach dem Putsch im Sudan haben Tausende Menschen der Ausgangssperre der neuen Militärregierung getrotzt und weiter protestiert. Etliche Demonstranten verbrachten die Nacht auf dem Platz vor der Militärzentrale in der Hauptstadt Khartum.

Sie nahmen an einer Sitzblockade vor dem Militärhauptquartier teil, um gegen den neuen, übergangsweise ernannten Regierungschef Awad Mohammed Ibnuf zu demonstrieren. Sie fordern die Machtübertragung an eine zivile Regierung. Die Protestierenden spielten Musik und forderten singend den Rücktritt des bisherigen Verteidigungsministers.

Nach Monaten regierungskritischer Massenproteste hatten die Streitkräfte am Donnerstag den autoritären Präsidenten Omar Al-Baschir abgesetzt.

Al-Baschir | Bildquelle: REUTERS
galerie

Ex-Präsident Al-Baschir war rund 30 Jahre lang im Amt.

Keine Auslieferung an Internationalen Strafgerichtshof

Al-Baschir wird für den gewaltsamen Tod von Millionen Menschen in Darfur, den Nuba-Bergen und anderen Konfliktregionen im Sudan sowie im Südsudan verantwortlich gemacht. Viele Staaten haben den Sudan unter seiner Herrschaft geächtet. Vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wird er wegen Völkermords mit Haftbefehl gesucht.

Das sudanesische Militär will ihn jedoch nicht an den Gerichtshof ausliefern. Al-Baschir solle sich im Sudan vor Gericht verantworten, sagte ein Militärbeamter bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Khartum. Eine Auslieferung Al-Baschirs an den IStGH sei "ein hässliches Zeichen für den Sudan", sagte General Omar Sein Abedin.

Demonstranten in Khartum, Sudan | Bildquelle: REUTERS
galerie

Sitzblockade vor dem Militärhauptquartier: Trotz einer Ausgangssperre gibt es Proteste.

Bisheriger Verteidigungsminister neuer Militärratschef

Das Militär will nach eigenen Angaben zwei Jahre an der Macht bleiben, um den Weg für freie Wahlen zu ebnen. Der neue starke Mann ist der bisherige Vizepräsident und Verteidigungsminister Ibnuf, der jahrelang an Al-Baschirs Seite arbeitete. Er verhängte für drei Monate den Ausnahmezustand und ordnete eine Ausgangssperre an.

Oppositionsgruppen verurteilten den Putsch, forderten eine zivile Übergangsregierung und kündigten weitere Proteste an. Unklar ist, ob und wie die Armee gegen die andauernden Proteste vorgehen wird.

Auswärtiges Amt rät von Reisen in den Sudan ab

Das Auswärtige Amt riet wegen des Putsches von nicht dringend notwendigen Reisen in das Land im Nordosten Afrikas ab. Weitere "gewalttätige Ausschreitungen" insbesondere in Khartum könnten nicht ausgeschlossen werden, hieß es.

Nach Putsch verspricht Militärrat eine zivile Regierung
tagesschau 17:00 Uhr, 12.04.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Seit Monaten Proteste

Zehntausende hatten seit Monaten gegen die Herrschaft Al-Baschirs protestiert. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch Preiserhöhungen für Nahrungsmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs, die wiederum mit der schweren Wirtschaftskrise zusammenhängen. Im Laufe der Zeit richteten sie sich zunehmend gegen den autoritären Staatschef selbst.

Im Februar verhängte Al-Baschir einen Ausnahmezustand, löste seine Regierung und die der Bundesstaaten auf und erklärte, er würde als Chef der Regierungspartei zurücktreten. Dies entschärfte die Lage aber nicht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. April 2019 um 04:57 Uhr.

Darstellung: