Überschwemmungen nach Hurrikan "Sally" | Bildquelle: AP

Tropensturm "Sally" wütet an der US-Golfküste

Stand: 17.09.2020 13:54 Uhr

Es ist bereits der achte heftige Sturm in dieser Saison: Der Hurrikan "Sally" hat in den USA schwere Überschwemmungen ausgelöst. Mindestens ein Mensch kam ums Leben. Heftige Regenfälle bedrohen ganze Landstriche.

Sintflutartige Regenfälle, umgestürzte Bäume, überflutete Straßen und Häuser sowie Stromausfälle in hunderttausenden Haushalten - der Hurrikan "Sally" hat an der Golfküste der USA für Chaos und Zerstörung gesorgt. Im Bundesstaat Alabama kam ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person werde vermisst, teilte der Bürgermeister des Küstenorts Orange Beach, Tony Kennon, mit.

Der Wirbelsturm war am Mittwochmorgen (Ortszeit) in Alabama auf Land geprallt. Er richtete dort sowie im Nordwesten des Nachbarstaats Florida schwere Schäden an. "Katastrophale und historische Überflutungen sind im Gange", warnte das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA.

Aufräumarbeiten nach Sturm "Sally" | Bildquelle: REUTERS
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Aufräumarbeiten nach dem großen Sturm: Diesen Wohnwagen hat der Hurrikan zerstört.

Der Hurrikan der zweitniedrigsten Stärke 2 hatte nahe der Ortschaft Gulf Shores die Küste erreicht. "Sally" brachte zu diesem Zeitpunkt Windgeschwindigkeiten von bis zu 165 Kilometern pro Stunde mit sich. Beim Zug über das Festland verlor "Sally" jedoch an Kraft und wurde zu einem Tropensturm herabgestuft. Die Böen schwächten sich auf maximal 95 Kilometer pro Stunde ab. Das Hurrikan-Zentrum sagte voraus, dass der Sturm weiter an Kraft verlieren werde. 

Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht

In der Stadt Pensacola in Florida sei binnen vier Stunden so viel Regen gefallen wie sonst in vier Monaten, sagte Feuerwehrchefin Ginny Cranor dem Nachrichtensender CNN. Hunderte Menschen wurden in den betroffenen Gebieten von Helfern in Sicherheit gebracht. Insgesamt waren mehr als 540 000 Häuser und Geschäfte ohne Strom.

Hurrikan Sally hat dieses Boot an Land gespült | Bildquelle: AP
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Dieses Boot in Orange Beach (Alabama) haben die gewaltigen Fluten an Land gespült.

Schwer getroffen wurde die Stadt Pensacola: Ein Nachbau von Christoph Kolumbus' Schiff "Niña" wird vermisst, wie die Polizei mitteilte. Ein Baukran stürzte auf eine neue Brücke über die Bucht von Pensacola und brachte einen Teil zum Einsturz. Im Laufe des Tages werden 200 Nationalgardisten in Pensacola erwartet. Für den Bezirk Escambia und einige Kleinstädte an Alabamas Küste wurden Ausgangssperren verhängt.

Höchste Pegelstände erwartet

"Sally" bewegte sich mit fünf Kilometern pro Stunde, ungefähr der Gehgeschwindigkeit eines Menschen. Der Nationale Wetterdienst sagte weiterhin 100 bis 290 Liter Regen pro Quadratmeter für den Südosten Alabamas und das Zentrum Georgias vorher. Die Wasserstände in acht Flüssen im Süden Alabamas und in Florida sollten der Vorhersage des Wetterdienstes zufolge ihre höchsten Pegel erneut erreichen oder bisherige Rekorde brechen.

Erst vor drei Wochen hatte Hurrikan "Laura" Louisiana getroffen und dort schwere Zerstörungen angerichtet. "Laura" war ein Hurrikan der Stufe vier und damit extrem gefährlich, mindestens 15 Menschen kamen ums Leben. Tropische Orkane werden im westlichen Atlantik und im östlichen Pazifik Hurrikans genannt. Im Atlantik könnte die diesjährige Hurrikansaison, die von Juni bis November dauert, nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA eine der heftigsten überhaupt werden.

"Sally" sei bereits der achte Sturm, der in dieser Saison auf das US-Festland traf und stark genug war, um einen Namen zu erhalten, schrieb der Meteorologe an der Colorado State University, Philip Klotzbach, auf Twitter. So viele seien es bis zum 16. September bislang in keiner Saison gewesen.

"Teddy" steuert auf Bermuda-Inseln zu

Über dem Atlantik bewegen sich derzeit die Hurrikans "Paulette" und "Teddy". Während sich "Paulette" abschwächen sollte, dürfte "Teddy" den Prognosen zufolge auf die Bermuda-Inseln zusteuern und sich zu einem Hurrikan der Stärke fünf auswachsen.

Großer Schaden nach Hurrikan Sally in den USA
tagesschau 12:00 Uhr, 17.09.2020, Kim Mauch, NDR

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. September 2020 um 09:00 Uhr.

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