Ein Mann geht über einen leeren Bahnsteig | Bildquelle: REUTERS

Generalstreik in Frankreich Verwaiste Bahnhöfe, lange Staus

Stand: 06.12.2019 14:34 Uhr

Züge stehen still. Flugzeuge bleiben am Boden: Der Generalstreik der Gewerkschaften macht sich am zweiten Tag in Folge bemerkbar. Ministerin Buzyn sagt, die Regierung habe die "Wut der Franzosen verstanden".

Streiks im öffentlichen Dienst haben in Frankreich am zweiten Tag in Folge zu Verkehrsbeeinträchtigungen geführt. 90 Prozent der Schnellzüge und 70 Prozent der Regionalzüge fielen nach Angaben der staatlichen Bahngesellschaft SNCF aus. Auch Verbindungen ins Ausland mit dem Thalys und dem Eurostar waren betroffen.

Die Fluggesellschaft Air France strich fast ein Drittel ihrer Inlandsflüge und ein Zehntel der Mittelstreckenflüge. Auch Transavia, Easyjet und Ryanair annullierten Flüge. Zuvor hatte die Behörde für Zivilluftfahrt die Fluggesellschaften aufgerufen, ihr Angebot zu kürzen.

Generalstreik gegen geplante Rentenreform in Frankreich
tagesschau 17:00 Uhr, 06.12.2019

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Dienstag neue Streiks und Proteste

Die Gewerkschaften riefen für kommenden Dienstag zu neuen Protesten und Streiks auf. Sie seien entschlossen, die Aktionen branchenübergreifend weiterzuführen, sagte eine Sprecherin. Am Wochenende müssen Reisende erneut mit massiven Störungen des Zug- und Flugverkehrs von und nach Frankreich rechnen.

Auch im Pariser Nahverkehr soll der Streik fortgesetzt werden. Die Mehrzahl der Metrolinien fuhr am Freitag nicht, die meisten Menschen wichen auf Autos, Fahrräder oder Motorräder aus. Im Großraum von Paris bildeten sich Staus von Hunderten Kilometern Länge.

Auch Schulen und Krankenhäuser wurden weiterhin bestreikt.

Bahnmitarbeiter mit roten Jacken geben den Reisenden am Bahnhof von Lyon Informationen. | Bildquelle: dpa
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Frustrierte Fahrgäste: Bahnmitarbeiter mit roten Jacken geben den Reisenden am Bahnhof von Lyon Informationen.

800.000 Beteiligte am ersten Tag

Mit dem Generalstreik protestieren Gewerkschaftsmitglieder gegen die geplante Rentenreform von Präsident Emmanuel Macron, die Sonderregelungen für bestimmte Branchen aufheben will. Zwar sind die Pläne im Detail noch gar nicht bekannt, viele Franzosen betrachten die Rentenabsicherung aber als hohes Gut und sind gegen Einschnitte.

Gestern, am ersten Tag des Streiks, hatten bereits Hunderttausende Menschen im ganzen Land protestiert. Nach Angaben des Innenministeriums waren mehr als 800.000 Menschen auf die Straße gegangen - fast drei Mal so viele wie auf dem Höhepunkt der "Gelbwesten"-Proteste vor einem Jahr. Die Gewerkschaft CGT sprach von landesweit mehr als 1,5 Millionen Demonstranten.

In Paris kam es am Rande einer Demonstration zu Krawallen. Einige Protestierende entzündeten Feuer, Polizisten setzten Tränengas ein.

Regierung verschiebt Vorstellung der Rentenpläne

Premierminister Edouard Philippe wollte die Rentenpläne ursprünglich zur Wochenmitte vorstellen. Dies sei jetzt aber erst Ende der Woche zu erwarten, hieß es aus der Regierung. Agnès Buzyn, die Ministerin für soziale Sicherheit, sagte, man habe "die Wut der Franzosen verstanden". Für Montag lud sie die Sozialpartner zu Beratungen ein.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Dezember 2019 um 12:00 Uhr.

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