Streik am Eiffelturm | Bildquelle: REUTERS

Ärger über Zugangssystem Eiffelturm wegen Streiks geschlossen

Stand: 01.08.2018 22:54 Uhr

Der Eiffelturm in Paris hat wegen eines Streiks seine Pforten für Besucher geschlossen. Die Beschäftigten wehren sich gegen ein neues Zugangssystem, das zeitweise zu langen Wartezeiten führt.

Von Sabine Wachs, ARD-Studio Paris

Enttäuschte Gesichter unter dem Eiffelturm: Vor den Pfeilern des eisernen Wahrzeichens von Paris, vor den Aufzügen und Treppenaufgängen, dort, wo sonst Touristen Schlange stehen, herrscht gähnende Leere. Die braunen Rollläden an den Kassenhäuschen sind heruntergelassen.

Eine Leuchttafel informiert: La Tour Eiffel est fermée - der Eiffelturm ist gesperrt. "Wir kommen aus Mexiko und wir sind extra nach Paris gekommen, um den Blick vom Eiffelturm auf die Stadt zu genießen und jetzt ist er zu. Das ist sehr schade", sagt eine junge Touristin.

Lange Schlangen durch neues System

Warum genau der Eiffelturm gesperrt ist, ist ihr nicht klar. Dass das Personal streikt, steht noch auf keiner Infotafel. Lediglich auf der Internetseite wurde ein möglicher Streik angekündigt. Die Gewerkschaften beschweren sich über die neuen Einlassbedingungen, die seit Anfang Juli gelten: Die Aufzüge in den Pfeilern hinauf auf den Turm wurden aufgeteilt: einer nur für Besucher mit Onlinetickets, ein anderer Aufzug für alle, die ihre Tickets vor Ort gekauft haben. Das sollte die Wartezeiten verkürzen.

Streik am Eiffelturm | Bildquelle: REUTERS
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Der Zugang zum Eiffelturm ist geschlossen.

Das Gegenteil sei der Fall, sagt Stéphane Dieu von der Gewerkschaft CGT: "Vor dem Aufzug für die Tickets, die an der Kasse gekauft werden, haben wir manchmal Warteschlangen von mehreren Stunden und der andere Aufzug, für diejenigen mit Onlinetickets, fährt halb leer hoch, weil die Internettickets an Uhrzeiten gebunden sind und sich nicht alle Uhrzeiten gleich gut verkaufen."

Probleme für Besucher und Personal

Schon seit vier Wochen beobachtet der Gewerkschafter diese Situation. Menschen warten oft mehr als drei Stunden in der brütenden Hitze - für die Besucher eine Zumutung und auch für das Personal alles andere als angenehm: "Es sind die Leute an den Aufzügen, die Mitarbeiter in den Kassenhäuschen, das gesamte Personal, auch auf den Plattformen kriegt den Ärger der Besucher ab und muss damit umgehen."

Das erklären die Gewerkschafter auch den Besuchern, die wegen des Streiks, obwohl sie ein Ticket haben, den Eiffelturm nur von unten bestaunen können. Trotz der Enttäuschung und zwei trauriger Kinder hat dieser Mallorquiner Verständnis für den Streik: "Ich unterstütze das Personal, nachdem was sie sagen, läuft das hier ja alles nicht so wie es soll. Und zu streiken ist ihr Recht. Ich unterstütze das, auch wenn es schade für mich ist."

Hoffnung auf Rückkehr zum alten System

Die Gewerkschaften schlagen vor, wieder zum alten System zurückzukehren: zwei separate Schlangen an einem Aufzug, eine für alle, die ihr Ticket vor Ort kaufen und eine für diejenigen mit Onlinetickets. Die Internettickets werden bevorzugt in den Aufzug gelassen. Darüber wurde mit der Geschäftsführung der Eiffelturm-Gesellschaft verhandelt.

In einer Erklärung hat die Gesellschaft mitgeteilt, sie habe den Gewerkschaften vorgeschlagen, die aktuellen Einlassbedingungen noch einen weiteren Monat zu testen. Darüber sind die Verhandlungen gescheitert. Bis sie wieder aufgenommen werden, wollen die Gewerkschaften weiterstreiken. Für alle Touristen heißt das, sie können den Eiffelturm bis dahin nur von unten oder aus der Ferne bestaunen.

Eiffelturm wegen Streik geschlossen
Sabine Wachs, ARD Paris
01.08.2018 22:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 02. August 2018 um 06:31 Uhr.

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