Ex-FPÖ-Chef Strache suspendiert | Bildquelle: CHRISTIAN BRUNA/EPA-EFE/REX

Österreich FPÖ setzt Mitgliedschaft von Strache aus

Stand: 01.10.2019 19:56 Uhr

Erst die Ibiza-Affäre, dann auch noch Untreue-Vorwürfe. Nach dem schlechten Wahlergebnis erkennt die FPÖ in ihrem Ex-Parteichef den Strache den Hauptschuldigen. Rausschmiss nicht ausgeschlossen.

Die FPÖ ist auf deutliche Distanz zu ihrem ehemaligen Vorsitzenden Heinz-Christian Strache gegangen und suspendiert dessen Parteimitgliedschaft. Nach stundenlangen Beratungen der Parteigremien erklärte Parteichef Norbert Hofer, sollten sich Vorwürfe gegen Strache in der Spesenaffäre erhärten, könnte sogar der komplette Ausschluss aus der Partei folgen.

Strache kommt Parteiführung zuvor

Erst am Morgen hatte Strache seinerseits seine Mitgliedschaft in der FPÖ ruhen lassen und das Ende seiner politischen Karriere verkündet. Er strebe keine politischen Funktionen mehr an, sagte Strache bei einer Pressekonferenz. Auch wolle er jeden weiteren Schaden von der FPÖ abwenden und "eine Zerreißprobe und Spaltung" der Partei verhindern. Es sei wichtig, dass die FPÖ ein bedeutender Faktor in der österreichischen Politik bleibe.

Wie sich jetzt zeigt, kam Strache damit der Führung seiner Partei zuvor.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, Vizekanzler Heinz-Christian Strache und Innenminister Herbert Kickl. | Bildquelle: REUTERS
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Über Straches Ibiza-Eskapaden war die damalige ÖVP-FPÖ-Koalition unter Kanzler Kurz zerbrochen.

Neben dem Skandal um das Ibiza-Video steht Strache im Fokus der Staatsanwaltschaft Wien. Sie ermittelt gegen ihn, weil er möglicherweise Spesen falsch abgerechnet und sich so Parteigelder in die eigene Tasche gesteckt hat.

Strache als Schuldiger für Wahldebakel ausgemacht

Die FPÖ hatte bei der Neuwahl am Sonntag im Vergleich zur Wahl 2017 fast zehn Prozentpunkte verloren und kam nur noch auf 16,2 Prozent der Stimmen. Die FPÖ-Spitzen deuteten am Wahlabend an, dass sie die Partei künftig auf der Oppositionsbank sehen. Auch zahlreiche vom FPÖ-Ergebnis enttäuschte Wähler kritisierten Strache am Sonntag und Montag auf dessen Facebook-Seite und sahen in ihm den Schuldigen für das Wahldesaster. "Lieber heinz, schuld an der misere hast du und der gudenus" schrieb dort ein User. Ein anderer versuchte es mit Sarkasmus: "Super, Herr Strache - das heute war Ihr Verdienst. Gut gemacht, wirklich."

Koalition nach Ibiza-Video zerbrochen

Auslöser für die vorzeitige Wahl in Österreich war das von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" veröffentliche Ibiza-Video von 2017, das Strache anfällig für Korruption erscheinen lässt. Es hatte eine Kettenreaktion zur Folge: Nach dem Rücktritt Straches von allen Ämtern kündigte Kurz auch die ÖVP-FPÖ-Koalition auf. Wenige Tage später folgte ein Misstrauensvotum, mit dem Kurz als Kanzler vom Nationalrat gestürzt wurde. Seitdem regiert ein Expertenkabinett unter Kanzlerin Brigitte Bierlein das Land.

Heinz-Christian Strache zieht sich aus der Politik zurück
Srdjan Govedarica, ARD Wien
01.10.2019 11:02 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. Oktober 2019 um 11:51 Uhr.

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