Menschen genießen die Sonne am Strand von Barcelona (Archivbild vom Freitag). | dpa

Spanien Ende des Alarmzustands nach 98 Tagen

Stand: 21.06.2020 04:10 Uhr

In Spanien ist um Mitternacht die europaweit strikteste Ausgangssperre in der Corona-Pandemie ausgelaufen. 47 Millionen Menschen dürfen sich wieder frei bewegen - doch bewältigt ist die Krise damit nicht.

Von Oliver Neuroth, ARD-Studio Madrid

Die europaweit strikteste Ausgangssperre endet: Nach 14 Wochen dürfen die Menschen in Spanien von einer Provinz in eine andere reisen, ohne dafür einen triftigen Grund vorweisen zu müssen.

Auch öffnet Spanien seine Grenze wieder, Touristen aus dem Ausland können damit einreisen. Nur die Landgrenze zu Portugal bleibt noch bis zum 1. Juli geschlossen - auf Wunsch der Regierung in Lissabon.

Sánchez: "Das Virus kann zurückkommen"

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez verteidigte den Alarmzustand gegen Kritik. So hätten 450.000 Menschenleben gerettet werden können, sagte der Regierungschef in einer Fersehansprache. Er berief sich dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen.

Um eine neue Infektionswelle zu verhindern, forderte die Sánchez die Spanier auf, auch ohne Alarmzustand die Hygieneregeln einzuhalten:

"Das Virus kann zurückkommen und uns wieder erschüttern. Wir müssen alles tun, um das zu verhindern. Mit gemeinsamen Kräften, mit Vorsätzen. In solch kritischen Momenten müssen wir kooperieren.“

Notenbank erwartet 15-prozentigen Einbruch der Wirtschaft

Sánchez rief die zerstrittenen Parteien im spanischen Parlament zu politischer Einheit auf, auch um die Wirtschaft des Landes wieder aufzubauen. Die spanische Notenbank erwartet wegen der Corona-Pandemie einen Einbruch der Wirtschaft um bis zu 15 Prozent.

Spanien ist eines der Länder Europas, das am stärksten vom Virus getroffen wurde. Rund 245.000 Menschen wurden infiziert, mehr als 28.000 starben im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juni 2020 um 10:00 Uhr.