Kim Jong Un | Bildquelle: REUTERS

Nordkoreas Raketentests USA schließen nichts mehr aus

Stand: 08.03.2017 20:55 Uhr

Japan, Südkorea und die USA sind mit ihrer Geduld am Ende: Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas schließen die USA nichts mehr aus. Es sei zwecklos, mit Nordkorea zu verhandeln, sagte US-Botschafterin Haley.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Nur Minuten nach Ende der Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates in New York steht die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley vor der Tür des Gremiums, gemeinsam mit ihrem japanischen und südkoreanischen Kollegen. Ihre Botschaft: Die Welt habe es in Nordkorea ganz offenbar mit einem irrational handelnden, verwirrten Machthaber Kim Jong Un zu tun.

Mit jedem Land würden die USA verhandeln. Mit Nordkorea aber sei das zwecklos, so Haley. Am Montag hatte es den jüngsten Raketentest gegeben. Vier Raketen wurden abgefeuert, drei landeten in der 200-Meilenzone Japans. Gleich danach kam die Botschaft aus Nordkorea: Man wolle notfalls amerikanische Militärbasen in Japan zerstören.

Was also tun? Die amerikanische UN-Botschafterin schließt als Reaktion der USA jetzt gar nichts mehr aus: "Alle möglichen Maßnahmen werden geprüft. Alle Optionen liegen auf dem Tisch." Auf Nachfrage bestätigte sie, dass dies ausdrücklich auch mögliche US-Angriffe auf potentielle nordkoreanische Nukleareinrichtungen einschließt.

Die UN-Botschafter Japans, der USA und Südkorea | Bildquelle: AFP
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Die UN-Botschafter Japans, der USA und Südkorea sehen sich mit ihrer Geduld am Ende.

Mit der Geduld am Ende

Japans UN-Botschafter Koro Bessho, der gemeinsam mit den USA die Dringlichkeitssitzung in New York beantragt hatte, ist ebenfalls mit seiner Geduld am Ende: "Wir sind eine friedfertige Nation. Wir sind ruhig geblieben, trotz aller Provokationen. Jetzt aber reicht es."

In einer gemeinsamen Erklärung hatte der UN-Sicherheitsrat den jüngsten Raketentest zuvor scharf verurteilt und als erneuten Verstoß gegen bestehende UN-Resolutionen bezeichnet. Die USA hatten als erste Reaktion ein Raketenabwehrsystem in Südkorea installiert.

Chinesische Kritik daran wies Botschafterin Haley umgehend zurück: "Sagen Sie mir, warum wir das nicht machen sollten, angesichts von zuletzt 24 Raketentests und zwei Atomtests Nordkoreas. Wir lassen unseren Verbündeten Südkorea nicht ohne Hilfe."

Den nordkoreanischen Vorwurf, das derzeit laufende amerikanisch-südkoreanische Militärmanöver sei eine bewusste Provokation, ließ die US-Diplomatin nicht gelten: "Die Manöver halten wir seit 40 Jahren jedes Jahr ab und jedes Mal ist Nordkorea im Vorfeld darüber unterrichtet worden."

Der Sicherheitsrat appellierte erneut an alle UN-Mitgliedsstaaten, jetzt das bestehende rigorose Sanktionssystem gegen Nordkorea auch lückenlos umzusetzen.

Der südkoreanische Botschafter Cho Tae-Yul schob eine Warnung an den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un hinterher. Der nämlich werde bald den Preis dafür zahlen, sich über alle Warnungen und Resolutionen der internationalen Gemeinschaft hinweggesetzt zu haben.

Nordkorea - USA schließen nichts mehr aus
G. Schwarte, ARD New York
08.03.2017 20:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 08. März 2017 um 09:45 Uhr.

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