Demonstranten recken die Fäuste aus einem Fenster des staatlichen Fernsehsenders RTS. | Bildquelle: dpa

Proteste in Serbien Regierungsgegner stürmen Staatssender

Stand: 17.03.2019 10:20 Uhr

Seit Dezember gibt es jeden Samstag Proteste gegen Präsident Vucic - die Demonstranten werfen ihm eine zunehmend autokratische Politik vor. Nun drangen mehrere Regierungsgegner in das Gebäude des TV-Senders RTS ein.

Kritiker von Serbiens Staatschef Aleksandar Vucic haben den staatlichen Fernsehsender RTS gestürmt. Zu den Dutzenden Demonstranten, die sich gestern in Belgrad Zutritt zu dem Sender verschafften, zählten auch Oppositionspolitiker wie der frühere Belgrader Bürgermeister Dragan Djilas und Bosko Obradovic von der rechtsgerichteten Partei Dveri.

Die Demonstranten werfen dem Sender vor, nur regierungsfreundlich zu berichten und die Opposition zu wenig zu Wort kommen zu lassen.

Serbsiche Regierungsgener drangen in das Gebäude des des Fernsehsenders RTS ein. | Bildquelle: KOCA SULEJMANOVIC/EPA-EFE/REX
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Serbische Regierungsgegner drangen in das Gebäude des Fernsehsenders RTS ein - die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Polizei beendet Sturm auf Sender

Die Protestaktion war live im Fernsehen zu sehen. Der Privatsender N1 zeigte, wie ein Großaufgebot der Polizei die Demonstranten aus dem Sender fortbrachte. Innenminister Nebosja Stefanovic verurteilte das Vorgehen der Demonstranten.

Zuvor hatten Tausende Regierungskritiker friedlich im Zentrum von Belgrad demonstriert. Auch in anderen serbischen Städten fanden Kundgebungen statt. Die Demonstranten prangerten die politische Einmischung in die Medienberichterstattung an und forderten die RTS-Führung zum Rücktritt auf.

Erneute Proteste in Serbien | Bildquelle: dpa
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Erneute Proteste in Serbien: Tausende Menschen protestieren gegen die Regierung von Präsident Vucic.

Wöchentliche Proteste

Bereits seit dem 8. Dezember geht die Opposition jeden Samstag gegen Vucic auf die Straße. Sie werfen dem Präsidenten vor, sich immer mehr zum Autokraten zu entwickeln. Den Staatssender RTS beschuldigen sie, in seiner Berichterstattung das Regierungslager zu bevorzugen und regierungskritisischen Standpunkten zu wenig Sendezeit einzuräumen.

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