"Alan Kurdi", Archivbild | Bildquelle: FABIAN HEINZ/SEA-EYE HANDOUT/EPA

Rettungsschiff vor Italien Erste Migranten verlassen "Alan Kurdi"

Stand: 16.04.2020 11:25 Uhr

Wegen der Corona-Pandemie soll das Rettungsschiff "Alan Kurdi" nicht in Italien anlegen. Drei von 149 Migranten durften nun von Bord gehen. Unter den restlichen Wartenden wächst die Verzweiflung.

Unter den Migranten auf dem vor der Küste Siziliens blockierten deutschen Rettungsschiff "Alan Kurdi" wächst nach Angaben der Hilfsorganisation "Sea-Eye" zunehmend die Verzweiflung. Ein Mann habe versucht, sich das Leben zu nehmen, teilte die Organisation mit. Ein weiterer habe sich selbst verletzt. Die italienische Küstenwache habe deshalb drei von insgesamt 149 Geflüchteten in Sicherheit gebracht.

"Sie ließen sich kaum beruhigen"

Das Schiff liegt vor der Stadt Palermo. Eigentlich sollen die Menschen wegen der Corona-Pandemie auf ein größeres Schiff in Quarantäne kommen. Bislang ist jedoch weiter offen, wann das geschehen soll. Italien und Malta haben erklärt, dass sie keine Migranten an Land lassen könnten, weil diese nicht gesundheitlich versorgt werden könnten.

Die Menschen legen meist im Bürgerkriegsland Libyen ab, wo ihnen in Lagern schwere Misshandlungen drohen. Einsatzleiter Jan Ribbeck sagte: "Die Menschen werden seit zehn Tagen auf der 'Alan Kurdi' festgehalten und sind total verzweifelt." Einige hätten während des Einsatzes der Küstenwache angedeutet, ins Wasser zu springen, um die italienischen Boote zu erreichen. "Sie ließen sich kaum beruhigen", sagte Ribbeck.

Auch die "Aita Mari" wartet auf Hafeneinfahrt

Vor der italienischen Insel Lampedusa wartet auch das spanische Rettungsschiff "Aita Mari" mit etwa drei Dutzend Migranten auf einen sicheren Hafen. Aus Gesundheitsgründen durften sieben Geflüchtete an Land: eine dreiköpfige Familie und vier Männer, wie die spanische Hilfsorganisation Salvamento Marítimo Humanitario auf Twitter mitteilte. Die "Aita Mari" hatte am Montag nach Angaben der Organisation vor Malta insgesamt 43 Menschen aus einem sinkenden Schlauchboot gerettet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. April 2020 um 10:45 Uhr.

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