Die "Ocean Viking" | Bildquelle: AP

Flüchtlinge im Mittelmeer Hunderte harren auf Rettungsschiffen aus

Stand: 12.08.2019 21:35 Uhr

Zwei Rettungsschiffe kreuzen derzeit im Mittelmeer auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Die "Ocean Viking" rettete erneut Menschen - nun befinden sich mehr als 350 Flüchtlinge an Bord.

Die "Ocean Viking" der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen hat vor der Küste Libyens erneut Menschen aus Seenot gerettet. Bei den 105 Geflüchteten handele es sich ausschließlich um junge Männer, die meisten von ihnen stammten aus dem Sudan.

Nun hat die "Ocean Viking" 356 Menschen an Bord - und das, obwohl das Schiff eigentlich nur für die Aufnahme von 200 Menschen ausgelegt ist. Unklar ist weiterhin, wohin die Menschen gebracht werden können. Italiens Innenminister Matteo Salvini hat eine Aufnahme in Italien ausgeschlossen.

Rettung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer | Bildquelle: AFP
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Die "Ocean Viking" der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen hat vor der Küste Libyens erneut Menschen aus Seenot gerettet.

Auch Malta verbietet Seenotrettern immer wieder, Geflüchtete auf die Mittelmeerinsel zu bringen. Neun kranke Geflüchtete allerdings durften heute in Malta an Land gehen. Malta habe zwei kranke Frauen - eine mit einem Hirntumor und eine mit Lungenentzündung - und sechs ihrer Verwandten aufgenommen, teilte die Hilfsorganisation "Open Arms" mit. Die spanischen Seenotretter sind ebenfalls im Mittelmeer unterwegs und haben 151 Menschen an Bord.

Juristischer Erfolg gegen Salvini

Unterdessen errang die deutsche Seenotrettungsorganisation "Mission Lifeline" einen juristischen Erfolg über Italiens Innenminister Salvini. Das Landgericht Frankfurt am Main untersagte es Salvini demnach, Fotos des Mission-Lifeline-Besatzungsmitglieds Friedhold Ulonska im Internet zu veröffentlichen - Salvini hatte dies auf Twitter getan und die deutschen Seenotretter kritisiert. Sollte der italienische Innenminister das Foto erneut veröffentlichen, drohen ihm theoretisch bis zu 250.00 Euro Ordnungsgeld oder sogar bis zu sechs Monate Ordnungshaft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. August 2019 um 21:00 Uhr.

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