Ein Schiff der italienischen Küstenwache nähert sich dem Rettungsschiff "Sea Watch 3" der deutschen Hilfsorganisation "Sea Watch" vor der Küste Siziliens. | Bildquelle: dpa

Blockiertes Rettungsschiff "Sea-Watch 3" ignoriert Verbot

Stand: 26.06.2019 14:11 Uhr

Erst gestern war die Flüchtlingsorganisation mit einem Eilantrag gescheitert, jetzt ist die "Sea-Watch 3" nach eigenen Angaben dennoch in italienische Hoheitsgewässer eingefahren - trotz drohender Strafen.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Die "Sea-Watch 3" ist nach eigenen Angaben trotz drohender Strafen in italienische Hoheitsgewässer eingefahren. Das Rettungsschiff der Organisation Sea-Watch befand sich seit 14 Tagen vor der italienischen Insel Lampedusa. An Bord sind nach Angaben der Sea-Watch-Verantwortlichen 42 Menschen, die sie vor der libyschen Küste gerettet haben.

Einfahrt verweigert

Italiens Innenminister Matteo Salvini hatte dem Schiff die Einfahrt in italienische Gewässer verweigert. Einen Eilantrag der deutschen Rettungsorganisation, trotzdem die Menschen in Lampedusa an Land bringen zu können, lehnte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ab. Nach Angaben des Sea-Watch-Sprechers Ruben Neugebauer wird die Lage der geretteten Menschen an Bord immer verzweifelter, einige hätten gedroht, über Bord zu springen.

Mit der Einfahrt in italienischen Hoheitsgewässer drohen nun die Beschlagnahmung des Schiffes und Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro. Erst kürzlich hat Italiens Regierung per Dekret die Strafen für Rettungsorganisationen, die Flüchtlinge in Italien ohne Erlaubnis an Land bringen, drastisch verschärft.

"Sea-Watch 3" fährt trotz Verbots in italienische Hoheitsgewässer
tagesschau 17:00 Uhr, 26.06.2019

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Kapitänin: "Ich fahre in italienische Gewässer"

Die deutsche Kapitänin Carola Rackete hatte zuvor angekündigt, die "Sea Watch 3" in die Hoheitsgewässer des Landes zu fahren. "Ich fahre in italienische Gewässer, und ich bringe sie (die Migranten) in Sicherheit auf Lampedusa", sagte sie der Zeitung "La Repubblica". Sie sei für die Geretteten verantwortlich, "und die halten es nicht mehr aus".

Bislang konnten elf Migranten unter anderem wegen ihres Gesundheitszustandes das Schiff verlassen. Der EGMR hatte in der Begründung der Entscheidung argumentiert: An Bord gebe es derzeit keine Menschen mehr, die auf dem Schiff gefährdet seien. Deswegen gebe es derzeit keinen Grund für die Anwendung der Maßnahmen.

Nadia Kailouli, NDR, zur aktuellen Lage auf der Sea-Watch 3
tagesschau24 18:00 Uhr, 26.06.2019

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Seawatch fährt trotz Verbots in Italiens Hoheitsgewässer ein

26.06.2019 13:43 Uhr

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