Arbeiter in chinesischem Schlachthof | Bildquelle: dpa

Staatliche Reserven freigegeben Mehr Schwein zu Chinas Neujahrsfest

Stand: 09.01.2020 11:09 Uhr

In China ist kurz vor dem Neujahrsfest zu wenig Schweinefleisch auf dem Markt, eine Auswirkung vor allem der Schweinepest. Die hohen Preise machen die Verbraucher nervös. Die Regierung in Peking öffnet deswegen ihre Lager.

Von Steffen Wurzel, ARD-Studio Shanghai

Das, was für viele Menschen in Deutschland der regelmäßige Blick auf den Benzinpreis ist, ist in China der Blick auf den aktuellen Preis für Schweinefleisch. Bereits ein Anstieg um nur wenige Prozentpunkte lässt viele Verbraucher nervös werden. Denn Schweinefleisch ist in der Volksrepublik eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel.

Hälfte des Bestandes durch Schweinepest verloren

Die Folgen der Afrikanischen Schweinepest, die seit mehr als einem Jahr in China grassiert, waren entsprechend verheerend für das Land. Nach Medienberichten hat China im Zuge der Tierseuche etwa die Hälfe seines Schweinebestandes verloren. Die Rede ist von Millionen Tieren, die getötet wurde; die genaue Zahl ist nicht bekannt. Der Preis für Schweinefleisch hat sich binnen eines Jahres etwa verdoppelt.

Laut Yu Wei Dong vom Shanghaier Fleischhandels-Unternehmen Chen Rui International steht zur Zeit in China zu wenig Schweinefleisch zur Verfügung. "Wir bekommen die Lage aber nun besser in den Griff, durch zusätzliche Einfuhren aus dem Ausland, und auch die Eindämmung der Schweinepest durch die Behörden funktioniert besser.“

Überfüllter Bahnhof in Hangzhou | Bildquelle: dpa
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Hunderte Millionen Chinesen kommen zum Neujahrsfest nach Hause. Zum Wiedersehensessen wird traditionell auch Schweinefleisch gereicht.

Bedarf steigt zum Neujahrsfest

Um die Preise kurz vor Beginn des Chinesischen Neujahrsfestes zumindest etwas zu stabilisieren, geben die Behörden heute weitere 20.000 Tonnen aus den staatlichen Schweinefleisch-Reserven frei. Denn rund um das in gut zwei Wochen beginnende Neujahrsfest steigt der Bedarf nach Schweinefleisch in ganz China nochmal.

Schweinefleischreserven des Staates

Seit den 1970er-Jahren lagert der chinesische Staat Schweinefleisch in Tiefkühllagern, um auf Preisschwankungen reagieren zu können. Die Staatsmedien berichten, dass die Behörden in den vergangenen vier Wochen bereits mehrmals die Lager geöffnet haben, inklusive heute wurden seit Anfang Dezember demnach insgesamt 190.000 Tonnen Schweinefleisch aus den Reserven auf den Markt gebracht.

China: 20.000 Tonnen Extra-Schweinefleisch fürs Neujahrsfest
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
09.01.2020 11:13 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell Radio am 09. Januar 2020 um 10:25 Uhr.

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