Rauch steigt über der Stadt Sanaa auf | Bildquelle: REUTERS

Krieg im Jemen Dutzende Tote bei Angriff auf Schulbus

Stand: 09.08.2018 13:25 Uhr

Bei einem Luftangriff auf einen Schulbus sind im Jemen mindestens 39 Menschen getötet worden, unter ihnen viele Kinder. Das Land macht die von Saudi-Arabien geführte Koalition dafür verantwortlich.

Mindestens 39 Menschen sind bei einem Luftangriff im Jemen ums Leben gekommen - nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind unter ihnen viele Kinder. Mehr als 40 Menschen wurden verletzt - dem Fernsehsender Al-Masirah zufolge sind es 51 Verletzte.

Die Nachrichtenagentur AP meldet unter Berufung auf die Angaben Stammesältester, dass der Angriff sich gegen einen belebten Markt und einen Schulbus in Dahian in der Provinz Saada gerichtet habe. Anwohner sagten, der Bus habe Kinder in eine Sommerschule fahren sollen.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes teilte auf Twitter mit, ein von der Organisation unterstütztes Krankenhaus habe Dutzende Verletzte aufgenommen.

Provinz Saada gilt als Huthi-Hochburg

Das von den Huthis geführte Gesundheitsministerium machte die von Saudi-Arabien geführte Koalition für den Angriff verantwortlich, die im Jemen die Lufthoheit hat.

Sie führt seit 2015 Krieg gegen die Huthi-Rebellen. Die Provinz Saada gilt als Hochburg der Huthis.

Die Koalition äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Zur gleichen Zeit teilte jedoch in Saudi-Arabien die staatliche Nachrichtenagentur mit, durch Teile einer aus dem Jemen abgefeuerten Rakete seien im Königreich ein Zivilist getötet und elf weitere verletzt worden.

Häufige Bombardements auf Zivilisten

Seit Ausbruch des Krieges im Jemen sind mehr als 10.000 Menschen getötet worden, unter ihnen Tausende Zivilisten. Bombardements der saudischen Militärkoalition trafen unter anderem Hochzeiten, Trauerfeiern oder belebte Märkte.

Die Koalition unterstützt die international anerkannte Regierung des Landes bei ihrem Kampf gegen die Huthi-Rebellen, die weite Teile im Norden des Landes sowie die Hauptstadt Sanaa kontrollieren.

Erst vor einer Woche hatte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Martin Griffiths, die ersten Friedensgespräche seit zwei Jahren angekündigt. Er wolle die Konfliktparteien zum 6. September nach Genf einladen.

Hilfsorganisationen bezeichnen die Lage in dem bitterarmen Land als derzeit größte humanitäre Krise weltweit.

Tote bei Angriff auf Schulbus im Jemen
Udo Schmidt, NDR Beirut
09.08.2018 12:09 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. August 2018 um 12:00 Uhr.

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