Österreich, Kals: Eine Straߟensperre versperrt einen verschneiten Weg am Berg Großglockner in Osttirol.  | dpa

Neuschnee in den Alpen Schneemassen sorgen für Probleme

Stand: 06.12.2020 12:51 Uhr

Schnee in den Bergen - eigentlich nicht ungewöhnlich im Dezember. Doch die weiße Pracht bereitet Schwierigkeiten: Zugverbindungen wurden unterbrochen, Autobahnen gesperrt und Weltcup-Rennen abgesagt.

Große Neuschneemengen haben in Teilen der Alpen zu erheblichen Verkehrsproblemen und höchster Lawinengefahr geführt. Betroffen war auch der Brenner-Pass zwischen Österreich und Italien. Dort waren Zugverbindungen unterbrochen und auch die Autobahn teilweise gesperrt. 

In ganz Südtirol gebe es viele Stromausfälle, teilte der italienische Zivilschutz mit. Rund 1400 Feuerwehrleute seien seit den frühen Morgenstunden im Einsatz. In Osttirol in Österreich wurde die höchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Es sei mit spontanen Lawinen, "vereinzelt auch extrem großen" zu rechnen, so die Behörden.

Schnee liegt hoch aufgetürmt am StraÃßenrand in der Gemeinde Brenner, Italien | dpa

Wegen heftiger Schneefälle wurde die Brennerautobahn auf der wichtigen Verbindung zwischen Italien und Österreich teilweise gesperrt. Bild: dpa

3500 Haushalte in Tirol ohne Strom

Im gesamten österreichischen Bundesland Tirol waren rund 3500 Haushalte ohne Strom, nachdem umgestürzte Bäume die Stromleitungen beschädigt hatten. Generell sind in Österreich zahlreiche Bergstraßen nur mit Schneeketten befahrbar oder gesperrt, darunter der Plöckenpass oder die Zufahrt ins Lesachtal in Kärnten. Die Lage soll sich nur langsam entspannen. Heute werden regional mehr als ein Meter Neuschnee erwartet.

Auch in der Schweiz waren Zugverkehr und Straßenverkehr beeinträchtigt. Zu einem Zwischenfall kam es am Samstag in Prägraten am Großvenediger, wie die Polizei mitteilte. Ein Schneebrett beschädigte vier Häuser und ein Fahrzeug. Niemand wurde verletzt. Etwa 100 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Die Schneemassen drangen auch in ein Gasthaus ein. In den betroffenen Gebieten wurden die Menschen aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben.

Zudem machten die Schneemassen der Matterhorn-Gotthard-Bahn zu schaffen. Sie meldete eine Streckenunterbrechungen zwischen Andermatt und Sedrun. Für Skitouren, Freeriden und Schneeschuhwanderungen abseits gesicherter Pisten seien die Verhältnisse kritisch. In einigen Regionen kam es zu Überschwemmungen durch geschmolzenen Schnee. 

Schnee liegt hoch aufgetürmt am StraÃßenrand in der Gemeinde Brenner, Italien | dpa

Die Lage soll sich nur langsam entspannen. In einigen Regionen schneit es auch heute kräftig weiter. Bild: dpa

Weltcup-Rennen wurden abgesagt oder verschoben

Wegen der Witterung wurde der zweite Weltcup-Riesenslalom der Herren im italienischen Santa Caterina Valfurva auf Montag verlegt. Das teilte der Ski-Weltverband FIS mit. Bei den Damen waren an diesem Wochenende beide Super-G-Rennen im Schweizer St. Moritz wegen hoher Lawinengefahr nach starken Schneefällen in der Region abgesagt worden. Die Speedfahrerinnen werden nun erst in zwei Wochen im französischen n Val-d'Isère in ihre Weltcup-Saison starten können. Dann sind zwei Abfahrten und ein Super-G geplant.

Über dieses Thema berichtete Bayern 2 am 06. Dezember 2020 um 13:00 Uhr.