Eine Rettungsweste treibt im Mittelmeer | Bildquelle: Alliance

Vor Libyens Küste Bootsunglück mit bis zu 150 Toten befürchtet

Stand: 25.07.2019 18:32 Uhr

Es könnte das schwerste Schiffsunglück auf dem Mittelmeer seit Jahresbeginn sein: Hilfsorganisationen befürchten, dass bis zu 150 Migranten ertrunken sein könnten. Die Angaben sind aber noch recht unsicher.

Vor der Küste Libyens könnte sich nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) das schwerste Bootsunglück seit Jahresbeginn ereignet haben. Es werden bis zu 150 Tote befürchtet. Die Zahlen zu möglichen Opfern und geretteten Bootsinsassen schwanken jedoch.

Mehr als hundert Vermisste bei Flüchtlingsbootunglück vor Libyen
tagesschau 12:00 Uhr, 26.07.2019, Simon Riesche, ARD Kairo

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Mögliche Opferzahlen schwanken

Laut UNHCR kam es vor der libyschen Küstenstadt al-Chums zu der Havarie. Zwei Boote seien ins Mittelmeer aufgebrochen, eines konnte den Angaben nach wieder nach Libyen zurückgebracht werden.

Wieviele Menschen durch den mutmaßlichen Schiffbruch des zweiten Bootes ums Leben gekommen sein könnten, ist noch völlig unklar. Sowohl die IOM als auch UNHCR gehen von einer möglichen Opferzahl von 100 bis hin zu 150 Toten aus.

Der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks, Filippo Grandi sprach auf Twitter von der "schwersten Tragödie" des Jahres.

Wohl noch mindestens 100 Migranten vermisst

Die libysche Küstenwache bestätigte das Unglück und sprach von 115 Bootsinsassen, die noch vermisst würden. Einsatzkräfte hätten zusammen mit einigen Fischern 134 Migranten aus verschiedenen afrikanischen und arabischen Ländern gerettet.

Auch ein Sprecher der libyschen Marine berichtete von einem gekenterten Boot mit mehr als 200 Menschen an Bord. 132 von ihnen hätten gerettet werden können, 116 würden noch vermisst. Die IOM hatte zuvor von mehr als 100 geretteten Migranten gesprochen, die nach Libyen gebracht worden seien.

Die Überquerung des Mittelmeeres gilt als eine der gefährlichsten Fluchtrouten. Laut IOM kamen in diesem Jahr bereits mehr als 680 Menschen bei dem Versuch, auf diesem Weg nach Europa zu gelangen, ums Leben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Juli 2019 um 17:00 Uhr.

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