Brennendes Containerschiff "Grande America" | Bildquelle: dpa

Havarie in der Biskaya Öl verschont Frankreichs Küste - vorerst

Stand: 17.03.2019 21:39 Uhr

An der Westküste Frankreichs hat man sich darauf eingestellt, dass in diesen Tagen das erste Öl der havarierten "Grande America" die Strände erreicht. Doch das Wetter sorgt laut Experten zumindest kurzzeitig für einen Aufschub.

Nach dem Untergang eines Containerschiffs in der Biskaya haben Experten für die drohende Ölpest zumindest für die nächsten Tage Entwarnung gegeben. Aufgrund der aktuellen Umweltbedingungen sei Frankreichs Küste in der kommenden Woche nicht betroffen, teilte die zuständige Seepräfektur mit. Allerdings bleibe das Risiko einer langfristigen Küstenverschmutzung bestehen.

Trotz weiterhin schlechten Wetters und rauer See kämpfen Einsatzkräfte gegen die befürchtete Ölkatastrophe an. Man versuche, die im Meer treibenden Ölteppiche weiter einzudämmen, so die Präfektur.

Für Dienstag wird besseres Wetter erwartet - dann könne man auch wirksamer gegen die Verschmutzung vorgehen, so die Behörden. Ein Schiff aus Spanien soll ab Montag zur Unterstützung im Einsatz sein. Derzeit sind mehrere Schiffe vor Ort, um eine Ausbreitung des Öls zu verhindern. Umweltminister François de Rugy bedankte sich bei den Seeleuten für ihren unermüdlichen Einsatz.

Auch Gefahrgut an Bord

Das Öl stammt aus den Treibstofftanks des am vergangenen Dienstag gesunkenen Frachters "Grande America". Spezialisten hatten Proben entnommen, die das bestätigten.

Die "Grande America", die neben Containern auch mehr als 2000 Fahrzeuge an Bord hatte, war nach einem Brand gut 300 Kilometer von der Küste entfernt gesunken. Das unter italienischer Flagge fahrende Schiff hatte auch Gefahrgut an Bord. Nach dem Untergang trieben Container im Meer.

Zunächst hatte die Seepräfektur zwei kilometerlange Ölteppiche ausgemacht. Am Freitag entdeckten die Spezialkräfte schließlich eine dritte Verschmutzung an der Stelle, wo das Schiff gesunken war. Der neue Teppich könnte nach Angaben der Präfektur ein Hinweis darauf sein, dass aus dem Wrack noch immer Schweröl ausströmt.

Drei riesige Ölteppiche treiben der französischen Atlantikküste entgegen
Morgenmagazin, 18.03.2019, Matthias Werth, ARD Paris

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Berichte über bereits verschmutzte Flussmündung

Die Präfektur hatte nach dem Untergang mitgeteilt, dass erste Einschätzungen das Risiko einer Küstenverschmutzung bestätigten. Umweltminister de Rugy nannte als gefährdete Regionen das Département Charente-Maritime mit der Hafenstadt La Rochelle und das Département Gironde, in dessen Mitte Bordeaux liegt. Er schloss nicht aus, dass das Öl auch an die spanische Biskaya-Küste gelangen könnte. Die französische Westküste mit langen Stränden und dem Weinbaugebiet von Bordeaux zieht im Sommer viele Touristen und Surfer an.

Besonders gefährdet ist das Gebiet um die Flussmündung der Gironde. Am Samstag hatten Fotos von einem verschmutzten Strand in der Nähe der Flussmündung für Unruhe gesorgt. Zahlreiche französische Medien berichteten daraufhin, dass es sich bei dem braunen Schlick im Küstenort Hourtin wahrscheinlich um die ersten Ausläufer der Ölteppiche handele. Heute dann gab die zuständige Präfektur Entwarnung: Ersten Erkenntnissen zufolge handele es sich nicht um Öl von der "Grande America". Untersuchungen hätten gezeigt, dass es sich um "organische Abfälle" handele. Die Überwachung dauere aber an.

In Frankreich wurden Erinnerungen an frühere Schiffskatastrophen wach. Der Schiffbruch der "Erika" hatte im Dezember 1999 im Ärmelkanal eine riesige Ölkatastrophe ausgelöst. Lange Zeit davor war bereits der Tanker "Amoco Cadiz" im März 1978 in der Bretagne auf Grund gelaufen. Experten sagten, die Tankerkatastrophen seien nicht mit dem Untergang der "Grande America" vergleichbar, da damals viel mehr Öl ausgelaufen sei.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. März 2019 um 20:00 Uhr.

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