Der saudische Kronprinz, Mohammed bin Salman | Bildquelle: REUTERS

"Recht auf eigenes Land" Der Saudi-Prinz, Israel und Hitler

Stand: 03.04.2018 11:49 Uhr

Versöhnliche Töne in Richtung Israel, ein Hitler-Vergleich an den Iran gerichtet - der saudische Prinz Mohammed hat in einem Interview einige bemerkenswerte Antworten gegeben.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Die Frage des Journalisten war geradeheraus: Hat das jüdische Volk das Recht auf einen Staat zumindest in einem Teil seines historischen Stammlandes? Das wollte Jeffrey Goldberg vom US-Magazin "The Atlantic" wissen.

Die Antwort des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman war ebenso direkt: "Jedes Volk - egal wo - hat das Recht, friedlich als Nation zu leben. Ich glaube, dass die Palästinenser und die Israelis das Recht auf ihr eigenes Land haben." Aber man müsse ein Friedensabkommen haben, das jedem Stabilität gewährleiste und normale Beziehungen möglich mache.

Saudi-Arabien stellt sich außenpolitisch neu auf
tagesthemen 22:15 Uhr, 03.04.2018, Alexander Stenzel, ARD Kairo

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"Viele gemeinsame Interessen"

Mit Juden habe sein Land kein Problem, sagte Mohammed bin Salman, schließlich habe einst der Prophet Mohammed eine Jüdin geheiratet. Zwischen Christen, Muslimen und Juden gebe es aus seiner Sicht kein Problem.

Dabei machte der Kronprinz klar, wie er Israel wahrnimmt: "Israel ist im Vergleich zu seiner Größe eine starke und wachsende Wirtschaftsmacht." Selbstverständlich gebe es auch viele Interessen, die Saudi-Arabien mit Israel teilt. "Bei einem Frieden gäbe es weitere Interessen, die Israel, die Golfstaaten und Länder wie Ägypten und Jordanien teilen würden."

Der saudi-arabische König Salman spricht mit seinem Sohn Mohammed | Bildquelle: AP
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Mohammed bin Salman (rechts) ist der Sohn des saudischen Königs Salman (links). Er gilt als der eigentlich starke Mann im Königreich.

Gemeinsam gegen den Iran

Was Saudi-Arabien und Israel offenbar immer näher zusammenbringt, ist die Sorge vor dem wachsenden Einfluss des Iran im Nahen Osten. Beide Länder halten das internationale Atomabkommen mit dem Iran von 2015 für einen Fehler.

In seinem Interview verglich Mohammed bin Salman den obersten iranischen Religionsführer, Ajatollah Ali Khamenei, erneut mit Hitler: "Ich glaube, dass der oberste iranische Führer Hitler gut aussehen lässt." Während Hitler lediglich versucht habe, Europa zu erobern, wolle Khamenei die ganze Welt erobern - und sei deshalb der "Hitler des Nahen Ostens".

Zeichen der Annäherung

In den vergangenen Jahren hat sich das Verhältnis zwischen den Saudis und den Israelis gebessert. Hinter den Kulissen soll es zwischen den beiden Staaten Kontakte geben: Im November räumte ein israelisches Kabinettsmitglied ein, direkt mit Riad in Verbindung gestanden zu haben. Im vergangenen Monat öffneten die Saudis ihren Luftraum erstmals für ein Passagierflugzeug mit Ziel Israel.

Das Interview ist nun aber das erste Mal, dass ein so ranghohes Mitglied des saudischen Königshauses Israel ein Existenzrecht zuspricht. Andererseits ist es lediglich die Wiederholung dessen, was seit 2002 die offizielle Haltung Riads ist: Damals hatte die Arabische Liga auf Betreiben der Saudis Israel ein Friedensangebot gemacht.

Die Voraussetzung dafür: Israel muss in Verhandlungen mit den Palästinensern eine Einigung über alle Streitpunkte erzielen und die Gründung eines lebensfähigen palästinensischen Staates zulassen - in den 1967 eroberten Gebieten. Das Angebot steht bis heute. Israel sah es jedoch nie als Ausgangspunkt für Verhandlungen, sondern lehnte es ab.

Auf Tour in den USA

Kronprinz Mohammed tourt derzeit durch die USA. Bei Unternehmern wirbt er um Investitionen und stellt sein Programm für Wirtschaftsreformen und eine gesellschaftliche Öffnung seines Landes vor. Gleichzeitig ist die Visite der Versuch, das schlechte Image von Saudi-Arabien aufzupolieren. Da die Amerikaner die wichtigsten Verbündeten Israels sind, hielt Mohammed es offenbar für sinnvoll, gerade dort erneut für Frieden mit Israel zu werben.

Saudischer Kronprinz räumt Israel Recht auf eigenes Land ein
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
03.04.2018 10:56 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 03. April 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr, Inforadio um 12:07 Uhr sowie NDR Info um 12:08 Uhr und ab 13:00 Uhr im "Mittagsecho".

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