Bernie Sanders stellte sich nun doch hinter Hillary Clinton.

Sanders stellt sich hinter Clinton Schulterschluss gegen Trump

Stand: 12.07.2016 19:18 Uhr

Lange wollte der linke US-Demokrat Sanders nicht aufgeben, obwohl er keine Chance mehr hatte. Lange machte er weiter Druck auf seine Konkurrentin Clinton. Jetzt hat er sich doch hinter sie gestellt. Damit ziehen die Demokraten geschlossener in den Wahlkampf als die Republikaner.

Nach dem erbittert geführten Vorwahlkampf der US-Demokraten haben Hillary Clinton und Bernie Sanders mit einem gemeinsamen Auftritt die Kampagne um das Präsidialamt eingeläutet. "Ich will alles zu tun, was ich kann, um sicherzustellen, dass sie die nächste Präsidentin der USA wird", sagte Sanders auf der Veranstaltung im Bundesstaat New Hampshire. Der Senator stellt sich damit vergleichweise spät hinter die Siegerin: Der Nominierungsparteitag der Demokraten findet bereits Ende des Monats in Philadelphia statt.

Der Auftritt in Portsmouth fand unter dem Motto "stronger together" ("gemeinsam stärker") statt. Ihm waren wochenlange Verhandlungen hinter den Kulissen vorausgegangen. Sanders erreichte dabei, dass viele seiner vergleichsweise linken - im US-Sprachgebrauch "liberal" genannten - politischen Forderungen in Clintons Programm übernommen wurden. Dazu gehören Änderungen bei Studiengebühren und am Gesundheitssystem. Nicht durchsetzen konnte sich der Senator hingegen mit der Forderung nach einer Abstimmung im Senat über das umstrittene pazifische Freihandelsabkommen TPP.

In den vergangenen Tagen hatten sich bereits andere hochrangige Demokraten wie Präsident Barack Obama und Senatorin Elizabeth Warren, eine einflussreiche Vertreterin des linken Flügels, hinter Clinton gestellt.

Kontroverse um Trump

Die Demokraten gehen damit deutlich geschlossener als die Republikaner zu ihrem Parteitag. Dieser findet ab Montag in Cleveland statt. Donald Trump bleibt nach wie vor in seiner Partei eine kontroverse Figur: Zahlreiche hochrangige Republikaner kündigten bereits an, der Veranstaltung fern bleiben zu wollen.

Ein Clinton-Sprecher zeigte sich in New Hampshire zuversichtlich, dass die Demokraten auch in den kommenden Monaten einig auftreten würden. "Wenn man das mit den Republikanern vergleicht, da sind wir meilenweit voraus."

Ob allerdings alle Sanders-Anhänger Clinton unterstützen werden, scheint nicht sicher. Vor allem junge weiße und spanisch sprechende Amerikaner sind nicht von ihr begeistert. Weit weniger als die Hälfte dieser Bevölkerungsgruppen sprachen sich bei einer Befragung des Forschungsinstituts GenForward für die frühere Außenministerin aus.

Mit Informationen von Andreas Horchler, ARD-Studio Washington

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