Die Polizei sperrt eine Straße von Salisbury ab. | Bildquelle: RICK FINDLER/EPA-EFE/REX/Shutter

Neue Nowitschok-Fälle Moskau spricht von Intrigen

Stand: 05.07.2018 20:44 Uhr

Immer noch ist unklar, wie die beiden Nowitschok-Opfer vergiftet wurden. Die Polizei sagt: Das Paar soll mit einem kontaminierten Gegenstand hantiert haben. Die Spannungen zwischen Moskau und London werden nicht weniger.

Die beiden neuen Nowitschok-Opfer in Großbritannien sind nach Erkenntnissen der britischen Polizei bei ihrer Vergiftung mit einem "kontaminierten Gegenstand" in Berührung gekommen. Nach Angaben von Scotland Yard ergaben dies die jüngsten Tests. "Wir wissen jetzt, dass sie dem Nervengift ausgesetzt waren, nachdem sie mit einem kontaminierten Gegenstand hantiert haben", teilte die Polizei mit. 

Der Mann und die Frau waren in der Nähe von Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Sie werden im Krankenhaus behandelt und schweben in Lebensgefahr. Die beiden - ein Mann und eine Frau Mitte 40 - haben keine bekannten Verbindungen zu Russland.

May kündigt umfassende Untersuchung nach erneuter Nowitschok-Vergiftung an
tagesschau 17:00 Uhr, 05.07.2018, Hanni Hüsch, ARD London

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Erinnerungen an Fall Skripal

Der Fall weckt Erinnerungen an den Giftanschlag auf den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal Anfang März in Salisbury, der nach britischen Erkenntnissen ebenfalls mit Nowitschok verübt wurde und für den die britische Regierung Russland verantwortlich macht. Im Gegensatz zum Fall Skripal gehen die britischen Ermittler jedoch zunächst nicht von einem gezielten Anschlag gegen das Paar aus. Woher das Nowitschok-Gift im jüngsten Fall kommt, ist weiterhin unklar.

Spannungen verschärft

Trotzdem hat der Vorfall die Spannungen zwischen Großbritannien und Russland weiter verschärft. Der britische Innenminister Sajid Javid kritisierte im Parlament Russland. Moskau müsse nun erklären, was da genau vor sich gehe. Javid betonte, es sei "völlig inakzeptabel", dass die britische Bevölkerung vorsätzlich und auch unbeabsichtigt gefährdet werde und dass "unsere Straßen, unsere Parks, unsere Städte, zu Abladeplätzen für Gift gemacht werden".

Armeeoffiziere entfernen am 23. März 2018 die Bank, auf der Sergej Skripal und seine Tochter gefunden wurden. | Bildquelle: WILL OLIVER/EPA-EFE/REX/Shutters
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Auch bei Skripal und seiner Tochter wurde das Nervengift Nowitschok nachgewiesen - daher entsorgte man auch die Bank, auf der die beiden gefunden wurden.

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, forderte Premierministerin Theresa May auf, "Intrigen und Spiele mit chemischen Kampfstoffen" zu beenden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, Russland sei wegen des jüngsten Vorfalls besorgt, habe aber damit ebenso wie im Fall Skripal nichts damit zu tun.

Nervengift Nowitschok

Die Sowjetunion hat unter der Bezeichnung Nowitschok (zu deutsch Neuling) zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren eine Serie neuartiger Nervenkampfstoffe entwickelt. Die rund 100 Varianten gehören zu den berüchtigsten Nervenkampfstoffen, die jemals hergestellt wurden. Sie können über die Haut und die Atmung in den Körper gelangen.

Das Gift ist nur schwer nachzuweisen, die Überlebenschancen der Opfer sind gering. Selbst übliche Gegenmittel wie Atropin können meist nur wenig ausrichten. Die englische Schreibweise der Kampfstoffe lautet Novichok.

"Russland hat kategorisch dementiert und dementiert weiter kategorisch, in irgendeiner Form an dem beteiligt zu sein, was dort vorgeht", sagte der Sprecher von Präsident Wladimir Putin. Außer unbegründeter Beschuldigungen sei bisher von London nichts gekommen.

Sacharowa forderte, russischen Experten müsse endlich erlaubt werden, an der Seite britischer Behörden Ermittlungen zur Vergiftung der Skripals anzustellen. "Diese Regierung und insbesondere ihre Führung werden sich eines Tages bei Russland und der internationalen Gemeinschaft entschuldigen müssen."

Nowitschok war an einem Gegenstand
Thomas Spickhofen, ARD London
06.07.2018 10:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Juli 2018 um 14:00 Uhr.

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