Russische Marinesoldaten bei einer Zeremonie in Sewerodwinsk in Nordrussland. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Nordrussland Sieben Tote bei Explosion auf Testgelände

Stand: 10.08.2019 10:04 Uhr

Beim Zwischenfall auf einem Militärgelände im nordrussischen Sewerodwinsk sind mehr Menschen ums Leben gekommen als zunächst bekannt. Nach Behördenangaben starben sieben Menschen bei einem missglückten Triebwerkstest.

In der nordwestrussischen Stadt Sewerodwinsk in der Oblast Archangelsk ist am Donnerstag ein militärischer Atomtest missglückt. Heute wurde bekannt, dass dabei insgesamt sieben Menschen ums Leben kamen: Die Atombehörde Rosatom teilte mit, dass fünf Mitarbeiter bei dem Unglück ihr Leben verloren hätten - zunächst hatte das Verteidigungsministerium in Moskau nur den Tod zweier Soldaten bestätigt. Zudem wurden mehrere Menschen verletzt.

Auf einem Militärgelände außerhalb der Stadt am Weißmeer, die für ihre U-Boot-Werft bekannt ist, hatte es beim Test eines neuartigen Triebwerks eine Explosion gegeben. Das Verteidigungsministerium hatte betont, bei dem Zwischenfall seien keine Schadstoffe ausgetreten. Eine Sprecherin der Stadt Sewerodwinsk erklärte in einer mittlerweile gelöschten Stellungnahme, am Donnerstagmorgen sei erhöhte Radioaktivität gemessen worden.

Bewohner Archangelsks und Sewerodwinsks kaufen Jod

Amerikanische Militärexperten vermuteten, dass es beim Test eines neuartigen Marschflugkörpers mit Atomantrieb zu der Explosion kam.

Nach Medienberichten haben sich Anwohner in der Umgebung des Raketentestgeländes mit Jod eingedeckt. In mehreren Apotheken der beiden Hafenstädte Archangelsk und Sewerodwinsk sei Jod, das bei radioaktiver Verstrahlung helfen kann, bereits ausverkauft. Bewohner hätten mit privaten Messgeräten eine erhöhte Radioaktivität in der Gegend gemessen.

Der russische Zweig der Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte erneute Überprüfungen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. August 2019 um 09:00 Uhr.

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