Irans Präsident Rouhani | Bildquelle: AP

Saudi-arabische Öl-Anlagen Rouhani nennt Angriffe "Warnung"

Stand: 18.09.2019 11:40 Uhr

Nach den Angriffen auf saudi-arabische Öl-Anlagen gehen die Schuldzuweisungen weiter. Irans Präsident Rouhani erklärte, die Huthi-Rebellen hätten mit den Attacken eine "Warnung" an Riad geschickt.

Bei den Luftangriffen auf zwei Öl-Anlagen in Saudi-Arabien hat es sich nach den Worten von Irans Präsident Hassan Rouhani um eine "Warnung" der jemenitischen Rebellen an die Regierung in Riad gehandelt. Saudi-Arabien solle daraus "Lehren" ziehen, sagte Rouhani nach einer Kabinettssitzung. "Sie haben kein Krankenhaus getroffen (...), sie haben keine Schule getroffen (...). Sie haben nur ein Industriezentrum getroffen, um Euch zu warnen", sagte Rouhani laut einer Mitteilung der iranischen Regierung im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Zu den Attacken auf die beiden Öl-Anlagen des saudi-arabischen Staatskonzerns Aramco in Abkaik und Churais am Samstag hatten sich die jemenitischen Huthi-Rebellen bekannt. Sie werden im jemenitischen Bürgerkrieg vom Iran in ihrem Kampf gegen eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition unterstützt. Teheran bestreitet jegliche Verantwortung für die Angriffe auf die Öl-Anlagen. Rouhani bezog sich in seiner Erklärung aber nicht ausdrücklich auf die schiitischen Huthis.

Rouhani: Amerikaner schicken "Schießpulver"

Ein US-Regierungsvertreter sagte hingegen, die USA verfügten über gesicherte Erkenntnisse, dass der Iran verantwortlich für die Angriffe sei. Diese Vorwürfe wies der Iran entscheiden zurück. "Wir wollen keinen Konflikt in der Region", sagte Rouhani in einem von iranischen Medien verbreiteten Video. Die Amerikaner schicken nach den Worten von Rouhani "Schießpulver" in die Region und machten dann andere Länder dafür verantwortlich, wenn es dann knallt. Die Jemeniten hätten das legitime Recht, sich gegen die Vernichtung ihres Landes zu wehren - und als Warnung auch industrielle Ziele anzugreifen. "Diese Warnungen sollten ernstgenommen und das Kriegsfeuer in Jemen sollte ein für allemal gelöscht werden", sagte Rouhani weiter.

Heute wird US-Außenminister Mike Pompeo in Saudi-Arabien erwartet. Er will dort über die Reaktion auf die Luftangriffe beraten, wie Vizepräsident Mike Pence ankündigte.

Auch Saudi-Arabien verdächtigt den Iran

Saudi-Arabien hat nach eigenen Angaben kaum Zweifel, dass der Iran hinter den Angriffen auf die größte Öl-Raffinerie des Landes steckt. US-Regierungsvertretern zufolge gingen die Angriffe vom Südwesten des Iran aus. Dabei seien Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt worden. Dies deute darauf hin, dass die Angriffe komplexer und aufwendiger gewesen seien als zunächst gedacht.

Rouhani wird nächste Woche an der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen. Allerdings haben die USA für den iranischen Präsidenten und seine Delegation nach Angaben aus Teheran noch kein Einreisevisum für die Teilnahme ausgestellt. Rouhani erwäge, die Reise deshalb abzusagen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur.

Seit Wochen wird spekuliert, dass es am Rande der Generaldebatte auch zu Gesprächen Rouhanis mit US-Präsident Donald Trump kommen könnte. Rouhani hat zwar ein bilaterales Treffen mit Trump abgelehnt, nicht aber eine Unterredung mit ihm in Anwesenheit der anderen fünf Vertragspartner des Atomabkommens - das sind China, Russland, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Bedingung sei jedoch eine Aufhebung der US-Sanktionen, die den Iran in den vergangenen Monaten in eine akute Wirtschaftskrise gestürzt haben. 

Rouhani: Angriffe auf Saudische Öl-Anlagen waren Warnung
Karin Senz, ARD Istanbul
18.09.2019 12:48 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. September 2019 um 11:00 Uhr.

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