Das Rettungsschiff "Open Arms" im Mittelmeer. | Bildquelle: dpa

Rettungsschiff im Mittelmeer "Open Arms" rettet weitere 39 Migranten

Stand: 10.08.2019 16:23 Uhr

Das Rettungsschiff "Open Arms" hat weitere 39 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Malta würde sie an Land lassen - die anderen 121 Migranten an Bord aber nicht. Das Schiff wartet weiter auf einen sicheren Hafen.

Das Rettungsschiff "Open Arms" mit 121 Migranten an Bord hat 39 weitere Menschen aus dem Mittelmeer aufgenommen. Die spanische Hilfsorganisation "Proactiva Open Arms" teilte mit, diese seien aus internationalen Gewässern gerettet worden.

Man warte unterdessen weiter auf einen sicheren Hafen, teilte der Chef der Organisation, Oscar Camps, auf Twitter mit. Angaben von Amnesty International zufolge sind mehr als 30 Babys und Kinder an Bord des Schiffes.

Malta würde Migranten aufnehmen - aber nicht alle

Malta habe sich bereit erklärt, die 39 Geretteten aufzunehmen, die anderen aber nicht, erklärte NGO-Chef Camps. "Das hat zu einem ernsthaften Sicherheitsproblem an Bord geführt. Das Ausmaß der Beklemmung dieser Menschen ist unhaltbar", so Camps weiter.

Die maltesische Regierung teilte mit, "Proactiva Open Arms" weigere sich, die Lösung anzunehmen, und bestehe darauf, dass Malta auch die 121 zuvor Geretteten übernehme. Für diese fühlt sich Malta aber nicht zuständig.

Migranten an Bord der "Open Arms" | Bildquelle: AP
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Mit 160 Migranten an Bord kreuzt die "Open Arms" vor der Insel Lampedusa.

Salvini: Schiff hätte Spanien erreichen können

Zuletzt kreuzte die "Open Arms" in der Nähe der Insel Lampedusa. Italiens Regierung verweigerte eine Einfahrt in nationale Hoheitsgewässer. Innenminister Matteo Salvini verwies darauf, die "Open Arms" hätte in der Zwischenzeit Spanien erreichen können.

Weiter hieß es, Italien habe die spanische Regierung unter Pedro Sanchez schriftlich aufgefordert, sich des Schiffes anzunehmen. Die Regionalregierungen von Valencia, Katalonien und Extremadura hatten sich bereiterklärt, die Migranten aufzunehmen.

Immer wieder Einfahrten verweigert

Immer wieder verweigern Italien und Malta Rettungsschiffen die Einfahrt in ihre Häfen und dringen darauf, dass andere EU-Staaten vorab zusichern, alle anlandenden Migranten zu übernehmen. Auf einen festen Mechanismus zur Verteilung von aus Seenot geretteten Menschen konnte sich die Staatengemeinschaft bislang nicht einigen.

Zuletzt hatte in solchen Fällen die EU-Kommission vermittelt, um aufnahmebereite Länder zu finden. Voraussetzung für eine Koordinierung durch die EU-Kommission ist jedoch, dass ein EU-Staat die Kommission darum bittet. Eigentlich gehört das nicht zu ihren Aufgaben. Das sei bislang noch nicht geschehen, hieß es aus Brüssel.

Schauspieler Richard Gere an Bord der "Open Arms"

Der amerikanische Schauspieler Richard Gere war diese Woche zufällig in Italien. Nachdem er die Nachricht von dem Schicksal des Schiffs gehört habe, habe er die Hilfsorganisation kontaktiert und gefragt, wie er er helfen könne, teilte eine Sprecherin mit.

Das Wichtigste für diese Menschen sei es, in einen freien Hafen zu gelangen, sagte Gere und forderte die internationale Gemeinschaft zu Unterstützung und Hilfe für "diese Menschen, unsere Brüder und Schwestern" auf.

Schauspieler Richard Gere spricht mit Migranten an Bord der "Open Arms". Gere ist bekannt dafür, sich für Menschenrechte einzusetzen. | Bildquelle: AP
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Schauspielr Richard Gere spricht mit Migranten an Bord der "Open Arms". Gere ist bekannt dafür, sich für Menschenrechte einzusetzen.

Knapp 40.000 Flüchtlinge übers Meer nach Europa gelangt

Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration haben mit Stand 4. August in diesem Jahr 39.289 Flüchtlinge und Migranten über den Meeresweg Europa erreicht - rund 34 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2018.

Bei der gefährlichen Fahrt von Nordafrika nach Europa sind den Angaben zufolge in diesem Zeitraum 840 Menschen im Mittelmeer gestorben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. August 2019 um 11:00 Uhr.

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