Ein Polizist in der Nähe eines Tatortes in Christchurch | AFP

Internationale Studie Rechter Terror nimmt weltweit zu

Stand: 25.11.2020 10:24 Uhr

Weltweit nimmt die Zahl der Terroropfer seit Jahren ab. Die Bedrohung durch rechtsextremistische Angriffe dagegen wächst - 2019 waren es so viele wie zu keinem anderen Zeitpunkt in den vergangenen 50 Jahren.

In den vergangenen Jahren haben rechtsextremistische Angriffe massiv zugenommen. In Nordamerika, Westeuropa und Ozeanien ist die Zahl dieser Taten seit 2014 um 250 Prozent angestiegen. Das ist das Ergebnis des jährlichen Global Terrorism Index, den das Institute for Economics and Peace in London vorstellte.

Bei den Todesopfern lag der Anstieg innerhalb von fünf Jahren sogar bei mehr als 700 Prozent. Es gebe inzwischen so viele rechte Angriffe wie zu keinem anderen Zeitpunkt in den vergangenen 50 Jahren, so die Autoren der Studie. Vergangenes Jahr kamen insgesamt 89 Menschen durch rechtsextremistischen Taten ums Leben.

Immer weniger Tote durch Terrorismus

Alles in allem ist die Zahl der Toten durch Terrorismus dagegen bereits das fünfte Jahr in Folge gesunken: In den vergangenen fünf Jahren ging sie um knapp 60 Prozent zurück - 2019 lag sie bei etwas weniger als 14.000 Todesopfern weltweit. Im Vergleich zu 2018 war dies ein Rückgang um 15 Prozent.

Außerdem sind immer weniger Länder überhaupt von Terrorismus betroffen: Im vergangenen Jahr hatten 63 Länder mindestens einen Terror-Toten zu beklagen. Das ist die niedrigste Zahl seit 2013.

Einfluss des IS sinkt kontinuierlich

Obwohl die Opferzahlen durch islamistische Terrorangriffe weiterhin in den Tausenden liegen, sehen die Studienautoren auch hier einen deutlichen Rückgang. Der Einfluss und die Macht der Terrormiliz "Islamischer Staat" sinke kontinuierlich. So lag die Zahl ihrer Todesopfer im vergangenen Jahr bei unter 1000 - das erste Mal, seit der IS aktiv wurde.

Diejenigen, die für die meisten Opfer terroristischer Angriffe verantwortlich sind, bleiben weiterhin die Taliban - auch hier ist der Trend jedoch rückläufig.

Corona-Pandemie könnte zu mehr Instabilität führen

Jedoch habe in vielen hoch entwickelten, westlichen Gesellschaften die Widerstandsfähigkeit gegen terroristische Angriffe in den vergangenen Jahren abgenommen, schreiben die Studienautoren.

Die Corona-Pandemie könne diesen Trend verschärfen und wegen der unsicheren wirtschaftlichen Aussichten auch zu noch mehr politischer Instabilität führen. Es müssten daher Maßnahmen ergriffen werden, um terroristischen Organisationen ihre Medienpräsenz und Finanzierung zu entziehen - auch um zu verhindern, dass Menschen zu Anhängern der Bewegungen werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. November 2020 um 07:45 Uhr.