Cyril Ramaphosa beim ANC-Parteitag | Bildquelle: REUTERS

Neuer Präsident Südafrikas Ramaphosa - Mandelas Wunschkandidat

Stand: 15.02.2018 13:35 Uhr

Einen Tag nach dem Rücktritt von Südafrikas Präsident Zuma ist dessen Nachfolger Ramaphosa als neuer Staatschef vereidigt worden. Damit erfüllt sich ein Herzenswunsch Mandelas.

Von Jan-Philippe Schlüter, ARD-Studio Johannesburg

"Südafrikas Freiheitsikone Nelson Mandela scheint es schon vor gut 20 Jahren gewusst zu haben: Cyril Ramaphosa habe einen großen Beitrag zur Entwicklung des demokratischen Südafrika geleistet, und er habe enorme Führungsqualitäten", sagt der Journalist und Ramaphosa-Biograf Ray Hartley, der ein Buch über Ramaphosa veröffentlicht hat.

Ramaphosa als neuer Präsident vereidigt
tagesschau 20:00 Uhr, 15.02.2018, Heiner Hoffmann, ARD Johannesburg

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Engagierter Kämpfer gegen die Apartheid

Der 65-jährige Ramaphosa war seit seiner Studentenzeit ein engagierter Kämpfer gegen die Apartheid und musste deshalb mehrmals ins Gefängnis. Er war hochrangiger Funktionär in der Bergarbeitergewerkschaft NUM und hat den mächtigen südafrikanischen Gewerkschaftsbund COSATU mitgegründet. Nach dem Ende der Apartheid war er der Chef-Unterhändler des ANC und lieferte bei den Verhandlungen zur neuen Verfassung Südafrikas sein Meisterstück ab.

"Er ist der Architekt wesentlicher Teile dieser wunderbar fortschrittlichen Verfassung", erklärt Hartley. "Die Tatsache, dass wir diesen umfassenden Katalog an Grundrechten haben, verdanken wir großenteils seiner Kunstfertigkeit."

Ramaphosa gilt als versierter Verhandlungsführer und Stratege. Mandela wollte ihn deshalb in den 1990er-Jahren zu seinem Nachfolger machen. Aber der ANC widersetzte sich Mandelas Wunsch und machte stattdessen Thabo Mbeki zum neuen Parteivorsitzenden und später Präsidenten. Tief gekränkt verließ Ramaphosa die Politik und wurde Unternehmer. Mit einem geschätzten Vermögen von einer halben Milliarde Euro ist er heute einer der reichsten Männer Südafrikas.

Cyril Ramaphosa | Bildquelle: AFP
galerie

Vereidigung Cyril Ramaphosas als neuer Präsident Südafrikas

"Als Aufsichtsrat beging er schweren Fehler"

Als Aufsichtsrat des Platinkonzerns Lonmin und ehemaliger Chef der Bergarbeiter-Gewerkschaft habe Ramaphosa den wohl schwersten Fehler seiner Laufbahn begangen, sagt Hartley. Er wäre in der einmaligen Position gewesen, die Geschehnisse nach dem Streik in der Platinmine Marikana zu beeinflussen. Jedoch, so Hartley, habe er zu lange gezögert, bis er eingriff. Proteste von Lonmin-Arbeitern arteten in das "Massaker von Marikana" aus, bei dem 34 Bergleute im Kugelhagel der Polizei starben.

Vor fünf Jahren dann das politische Comeback Ramaphosas: Als Teil des Teams von Präsident Jacob Zuma wurde er zum stellvertretenden Parteivorsitzenden gewählt. Wenig später wurde er Vize-Präsident Südafrikas.

Im Dezember wurde er zum ANC-Chef gewählt. In seiner Kampagne präsentierte er sich als der Retter der Seele des ANC, der mit Korruption und Klientelwirtschaft aufräumen will. Allerdings war er seit über drei Jahren Teil der Zuma-Regierung - und damit Teil des Problems, sagt Hartley.

"Als Ramaphosa 2012 in die Politik zurückgekehrt ist, um Vize-Präsident des ANC zu werden, da hatte er wohl schon den Plan, der nächste Präsident Südafrikas werden zu wollen. Er wollte alles dafür tun, um den nötigen Rückhalt in der Partei zu bekommen. Dafür musste er viele Schultern im ANC klopfen, denn aus der Reihe tanzen kommt in der Partei gar nicht gut an. Leider ist seine Nähe zu Zuma in der breiten Öffentlichkeit nicht gut aufgenommen worden."

Christian von Soest, GIGA Institut, zum Machtwechsel in Südafrika
tagesschau24 16:00 Uhr , 15.02.2018

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Er sorgte für Zumas Rücktritt

Im Vorfeld des Parteitags hat sich Ramaphosa deutlich von Zuma distanziert. Nach dessen Wahl hat er dafür gesorgt, dass Zumas Macht Stück für Stück bröckelt - bis zu seiner Abberufung als Präsident durch den ANC und den Rücktritt. In der Öffentlichkeit hat sich Ramaphosa dabei immer als Ehrenmann gezeigt, der einen geordneten Machtwechsel anstrebt, um die Einheit des ANC nicht zu gefährden und eine Erniedrigung Zumas zu vermeiden.

Mit der Vereidigung alsPräsident ist Ramaphosa dort angekommen, wo ihn Mandela schon vor 23 Jahren gesehen hat. Hartley ist davon überzeugt, dass er der Präsident sein könnte, den Südafrika dringend benötigt. "Vor allem, wenn er sich auf seine Vergangenheit besinnt, auf sein Können als Stratege und Vermittler. Die Politik in Südafrika ist total entzweit. Ich denke, er würde Koordination, Organisation und Disziplin in die Sache bringen. Und das brauchen wir unbedingt!"

Große Erleichterung in Südafrika über Präsident Zumas Rücktritt
Jan-Philippe Schlüter, ARD Johannesburg
15.02.2018 10:09 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Februar 2018 um 15:00 Uhr.

Darstellung: