Foto von Prinz Harry und seiner Frau Meghan in einem Postkartenständer | Bildquelle: AFP

Wirbel um Harry und Meghan Die Königsfamilie hat viel zu besprechen

Stand: 13.01.2020 13:25 Uhr

Eine solche Sitzung hat es noch nie gegeben: Die Queen trifft sich mit Harry, William und Charles zum Krisengespräch. Nach dem angekündigten Rückzug von Meghan und Harry geht es um die Zukunft des Paares.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Krisensitzung in Sandringham, dem Landsitz der britischen Königsfamilie nördlich von London. Die Dringlichkeit ist allen bewusst: Es muss eine Lösung her für Harry und Meghan. Die Queen lässt keinen Zweifel daran, dass die Lösung innerhalb von Tagen gefunden werden muss.

Eine Sitzung dieser Art hat es noch nie gegeben. Der Schock und das Bedauern der königlichen Familie über die Ankündigung von Harry und Meghan und die Art der Veröffentlichung muss groß gewesen sein. Trotzdem werden die Gespräche heute in einer guten und nicht konfrontativen Atmosphäre stattfinden, ist sich Queen-Biograph Robert Hardman sicher. Er könne nicht viel voraussagen, aber eines doch: Es werde einen runden Tisch geben, keinen eckigen.

Die Queen will die Royals so schnell wie möglich aus den Schlagzeilen haben. Die Geschichte beherrscht im Moment alle Titelseiten und die "Daily Mail" widmet schon seit Tagen einen Großteil ihrer kompletten Ausgabe den Royals.

Queen Elizabeth winkt aus dem Auto | Bildquelle: REUTERS
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Die Queen will keine Schlagzeilen über Harry und Meghan mehr.

Weichenstellung für die Zukunft

Abgesehen davon könnten die Gespräche in Sandringham etwas Grundsätzliches mit sich bringen - eine Weichenstellung für die Zukunft, die auch für Prinz William und seine Familie bedeutsam sein würde, wie Autor Hardman meint. Was immer entschieden wird, könnte die Vorlage für Williams eigene Kinder sein, so Hardman.

Denn natürlich könnten auch künftig Königskinder in der zweiten und dritten Reihe unter ihrer Rolle leiden: Sie haben möglicherweise kaum Aussicht auf den Thron, müssen aber trotzdem nach dem Protokoll leben und stehen unter ständiger Beobachtung.

Ruhigeres Leben in Nordamerika?

Gerade dieses Gefühl, von der Presse verfolgt und zum Teil auch ungerecht behandelt zu werden, scheint bei Harry und Meghan eine zentrale Rolle für ihren Entschluss zu spielen. Allerdings ist die Frage, ob ein Leben in Nordamerika diese Situation für die beiden wirklich verbessern würde. Königshaus-Expertin Katie Nicholl bezweifelt das:

"Ich weiß, dass das Paar sehr unglücklich gewesen ist mit der Weise, wie die Boulevardpresse sie behandelt hat. Ich glaube, hier geht es im Wesentlichen darum, dem zu entkommen. Aber ich würde sagen, dass die britische Presse sehr respektvoll mit ihnen als Familie umgegangen ist."

Von Baby Archie habe es keine Paparazzi-Fotos gegeben. In Kanada und Amerika seien die Regeln anders. Nach Kanada zu gehen, werde nicht dafür sorgen, dass das Scheinwerferlicht abnimmt.

Aber auch in anderer Hinsicht gestaltet sich die Sache schwieriger als von Harry und Meghan möglicherweise erwartet: Wer finanziert das Sicherheitspersonal der beiden, wenn sie sich große Teile des Jahres in Kanada aufhalten? Wie wollen sie sich selbst finanzieren, wenn sie nur sehr eingeschränkt kommerziell tätig werden dürfen? Wie kann und soll ein Teilzeitjob als Prinz überhaupt aussehen? Die Königsfamilie hat viel zu besprechen.

Krisengipfel in Sandringham zur Zukunft von Harry und Meghan
Imke Köhler, ARD London
13.01.2020 13:00 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Januar 2020 um 13:51 Uhr.

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