Proteste in der sudanesischen Hauptstadt Karthum | Bildquelle: AP

Proteste im Sudan Warnschüsse bei Demonstration

Stand: 01.07.2019 02:46 Uhr

Zehntausende sind in Sudans Hauptstadt Khartum und in anderen Städten des Landes erneut gegen die Militärregierung auf die Straße gegangen. Agenturberichten zufolge wurden mindestens sieben Menschen getötet.

Bei erneuten Massenprotesten gegen den regierenden Militärrat im Sudan sind in der Hauptstadt Khartum und weiteren Städten des Landes Zehntausende Menschen auf die Straßen gegangen. In Khartum setzte die Polizei Tränengas gegen die Demonstranten ein und gab zur Warnung Schüsse in die Luft ab. Nach Berichten von Nachrichtenagenturen gab es mindestens sieben Tote.

Die gefürchtete paramilitärische Einheit RSF war mit Maschinengewehren bewaffnet an mehreren Plätzen in Khartum präsent. Er werde keinen "Vandalismus" tolerieren, warnte der Leiter der Einheit, Mohamed Hamdan Dagalo.

Proteste in der sudanesischen Hauptstadt Karthum | Bildquelle: REUTERS
galerie

Zehntausende gingen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum auf die Straße. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Erste Massenproteste nach Eskalation Anfang Juni

Es waren die ersten Massenproteste seit der gewaltsamen Auflösung des zentralen Protestlagers in der Hauptstadt, bei der am 3. Juni mehrere Menschen getötet worden waren. Der sudanesische Berufsverband SPA rief die Demonstranten in Khartum über Twitter auf, zum Präsidentenpalast zu ziehen, "um Gerechtigkeit für die Märtyrer" und "eine bedingungslose Machtübergabe an die Zivilbevölkerung" zu fordern.

Auch in der Stadt Gadaref im Osten des Landes griffen die Sicherheitskräfte laut Zeugenberichten zu Tränengas. In den Städten Al-Obied, Madani und Chasma el-Girba kam es ebenfalls zu Protesten. In der Stadt Atbara sei bei Protesten ein Demonstrant zwischen 20 und 30 Jahren erschossen worden, meldete das zur SPA gehörende Ärztekomitee. Wer die Schüsse abgab, ist noch nicht klar.

Zehntausende demonstrieren gegen regierenden Militärrat im Sudan
tagesschau 17:15 Uhr, 30.06.2019, Alexander Stenzel, ARD Kairo

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Warnung des Militärrats

Der Militärrat warnte die Protestbewegung "Allianz für Freiheit und Wandel", die zu den Demonstrationen aufgerufen hatte, er werde sie "vollumfänglich verantwortlich machen", falls jemandem etwas zustoße. Vor den Protesten hatten die EU, mehrere westliche Staaten und Menschenrechtsorganisationen beide Seiten zur Zurückhaltung aufgefordert, um erneute Gewalt zu verhindern.

Äthiopien und die Afrikanische Union bemühen sich derzeit, zwischen der Opposition und dem Militärrat zu vermitteln. 

Proteste in der sudanesischen Hauptstadt Karthum | Bildquelle: REUTERS
galerie

Die Demonstranten protestieren gegen den Militärrat. Er weigert sich, die Macht zügig an eine zivile Regierung zu übergeben.

Opposition: 130 Tote seit Anfang Juni

In dem ostafrikanischen Staat hatte nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir infolge von monatelangen Massenprotesten im April ein Militärrat die Führung übernommen. Er weigert sich, die Macht zügig an eine zivile Regierung zu übergeben.

Seit der gewaltsamen Auflösung des Protestcamps Anfang Juni wurden nach Angaben oppositionsnaher Ärzte insgesamt etwa 130 Menschen getötet. Nach offiziellen Angaben starben allein am 3. Juni 61 Menschen.

Mehrere Tote bei Massenprotesten im Sudan
Anne Allmeling, ARD Kairo
01.07.2019 09:37 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Juni 2019 um 17:15 Uhr.

Darstellung: