Auseinandersetzungen bei "Gelbwesten"-Protesten in Paris | Bildquelle: AFP

Demos im ganz Frankreich Massiver "Gelbwesten"-Protest

Stand: 12.01.2019 16:23 Uhr

Wurfgeschosse, Tränengas und Festnahmen - die Proteste der "Gelbwesten" in Paris verliefen zwar zunächst friedlich. Doch in der Nähe des Triumphbogens kam es dann doch zu Auseinandersetzungen.

In Frankreich sind erneut Zehntausende "Gelbwesten" auf die Straße gegangen, um gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron zu protestieren. In Paris setzte die Polizei am Nachmittag auf dem Prachtboulevard Champs-Elysees nach einem zunächst friedlichen Verlauf der Proteste Tränengas gegen Demonstranten ein und sperrte den Zugang zur Place de la Concorde ab. Auf Fernsehbildern waren Wasserwerfer zu sehen.

Auch am Triumphbogen versuchte die Polizei, mit Tränengas Demonstranten von der Place de l'Etoile fernzuhalten. Einige Demonstranten hätten zuvor Wurfgeschosse in Richtung von Polizisten geschleudert, sagte eine Polizei-Sprecherin.

Demonstranten der "Gelbwesten"-Bewegung in Paris | Bildquelle: AFP
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Tausende Demonstranten der "Gelbwesten"-Bewegung gingen in Paris auf die Straße

Demos in Bourges und Straßburg

Auch in anderen Landesteilen gab es Demonstrationen. 32.000 "Gelbwesten" seien bis zum frühen Samstagnachmittag im ganzen Land gezählt worden, 8000 davon in Paris, berichteten französische Medien unter Berufung auf das Innenministerium. Eine der größten Demonstrationen fand in Bourges statt, wo nach Angaben der Behörden mehr als 5000 "Gelbwesten" einem über soziale Netzwerke verbreiteten Protestaufruf folgten. In Straßburg gingen zwischen 1500 und 2000 Demonstranten auf die Straße und zogen vom Europaparlament Richtung Innenstadt und Hauptbahnhof.

Landesweit hatte die Polizei ein Großaufgebot von 80.000 Polizisten im Einsatz, davon 5000 allein in Paris, weil die Behörden eine Eskalation der Gewalt befürchteten. Die Sicherheitskräfte nahmen in der Hauptstadt 59 Personen fest, die meisten bei Kontrollen vor der Demonstration.

Priscilla Ludosky, eine der frühen Wortführerinnen der "Gelbwesten" vom gemäßigten Flügel | Bildquelle: AFP
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Organisatorin der Demonstration in Bourges in Zentralfrankreich: Priscilla Ludosky, eine der frühen Wortführerinnen der "Gelbwesten" vom gemäßigten Flügel.

Neuer Zulauf für "Gelbwesten"-Bewegung

Nachdem die Proteste der Gelbwesten-Bewegung zum Ende des vergangenen Jahres immer mehr abgeebbt waren, erhalten sie seit Jahresbeginn wieder mehr Zulauf. Am vergangenen Samstag war es nach anfänglich friedlichen Protesten in Paris erneut zu Gewaltausbrüchen gekommen. Demonstranten setzten dabei Barrikaden in Brand und warfen Gegenstände auf Polizisten. Ein Restaurantschiff auf der Seine wurde in Brand gesetzt.

Nach Zugeständnissen hatte die französische Regierung zuletzt eine härtere Gangart gegen die "Gelbwesten" eingeschlagen. Aber Staatschef Emmanuel Macron versucht auch, die Protestbewegung durch einen "Bürgerdialog" zu besänftigen, der kommenden Dienstag beginnen soll. Der Vorschlag stößt jedoch weitgehend auf Skepsis.

Die Proteste hatten sich an Regierungsplänen zu Benzinpreiserhöhungen entzündet. Sie wuchsen sich rasch zu Massendemonstrationen gegen Präsident Macron und dessen Wirtschaftspolitik insgesamt aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Januar 2019 um 14:00 Uhr.

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