Demonstranten in gelben Warnwesten treffen auf der Champs-Elysees-Allee in Paris auf Polizisten. | Bildquelle: AFP

Proteste in Frankreich Tränengas und Wasserwerfer in Paris

Stand: 24.11.2018 13:04 Uhr

Erneut sind in Paris Tausende auf die Straßen gegangen, um Präsident Macron ihren Unmut über hohe Steuern zu zeigen. Doch die Polizei hält sie mit Tränengas und Wasserwerfern vom Élyséepalast fern.

Von Marcel Wagner, ARD-Studio Paris

Die Stimmung auf den Champs-Èlysées in Paris ist am Vormittag noch ausgelassen. Anne, wie alle hier mit einer gelben Warnweste bekleidet, schwenkt eine große, schwarz-weiße Bretagnefahne. Um fünf Uhr am Morgen hat sie sich in Lorient, weit im Westen, auf den Weg gemacht, um jetzt hier in Paris ihren Ärger zu zeigen: "Wir haben die Nase voll! Das merkt man wohl. Wo sind eigentlich Liberté, Égalité, Fraternité? Freiheit, Gleichheit Brüderlichkeit? Es gibt keine Freiheit mehr!"

Polizei geht gegen Protestbewegung "Gelbwesten" mit Wasserwerfern vor
tagesschau24 13:00 Uhr, 24.11.2018

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Eine Botschaft für den Präsidenten

Aus dem ganzen Land sind Protestierende angereist. Die Gruppen feuern sich untereinander an. "Les Bretons, avec nous!" - Die Bretonen mit uns, schallte es Anne und ihrer Fahne entgegen. Gemeinsam mit Benoit, ihrem Mann, versucht Anne in Richtung Präsidentenpalast zu ziehen, der ein Stück weiter unten unweit der Champs-Élysées liegt.

Benoit würde dem Präsidenten, wie so viele andere hier, gerne eine Botschaft mitgeben: "Wir wollen endlich aufhören mit immer höheren Steuern. Der Staat muss schrumpfen!" Die öffentlichen Ausgaben seien einfach zu hoch, Präsident Macron müsse sie senken. "Wir Franzosen brauchen weniger Steuern," sagt Benoit.

Ein Demonstrant mit einer gelben Warnweste liegt in Paris auf dem Boden und Polizisten steigen über ihn drüber. | Bildquelle: dpa
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Ein Demonstrant mit einer gelben Warnweste liegt in Paris auf dem Boden: Kein Durchkommen zum Élyséepalast.

Kein Zutritt zum Élyséepalast

Angefangen hatten die Proteste zunächst wegen der hohen Benzinpreise. Die hängen allerdings auch mit der Umweltsteuer zusammen, die Präsident Macron sogar schrittweise erhöhen möchte. Mittlerweile sind viele seiner Reformen im Visier der Demonstranten. Doch zum Élysée, dem Präsidentenpalast, werden sie nicht gelassen. Die Behörden haben den Bereich zur Sicherheitszone erklärt und großräumig abgesperrt.

Véronique, die aus der Essonne im Großraum von Paris gekommen ist, ist etwas enttäuscht: "Das ist ein bisschen blöd, aber na gut, da geht es um Sicherheit. Die Regierung hätte sich etwas mehr anstrengen können, damit wir zumindest bis zum Élyséepalast hätten ziehen können."

Viele Anhänger der gelben Westen sind aus Angst vor Gewalt gar nicht erst nach Paris gefahren. Sie blockieren weiterhin Verkehrsknotenpunkte im ganzen Land, bereits seit einer Woche.

Ausschreitungen und Steinwürfe

Trotz anderslautender Versprechungen der Bewegung kommt es schon kurz vor Mittag zu ersten Ausschreitungen. Die Polizei setzt Wasserwerfer und Tränengas ein. Wie befürchtet haben sich auch einige Randalierer unter die Demonstranten gemischt. Es fliegen Steine.

Véronique ist sauer: "Dafür sind wir nicht hier! Wir sind für die Menschen hier!" Es droht ein heißer Nachmittag zu werden in Paris.

Protest und erste Ausschreitung - Gelbe Westen in Paris
Marcel Wagner, ARD Paris
24.11.2018 12:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. November 2018 um 13:00 Uhr.

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