US-Außenminister Mike Pompeo und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe  | Bildquelle: AP

Vor Pompeos Nordkorea-Reise USA stimmen sich mit Japan ab

Stand: 06.10.2018 19:46 Uhr

Vor seiner Reise nach Nordkorea hat sich US-Außenminister Pompeo mit Japans Premier Abe getroffen. Im Mittelpunkt seiner Gespräche stehen die atomare Abrüstung Nordkoreas sowie ein zweites Treffen zwischen Kim und Trump.

US-Außenminister Mike Pompeo hat in Japan seine Verhandlungsposition gegenüber Nordkorea abgestimmt. Es sei wichtig, die Haltung des japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zu hören, "damit wir einen vollständig koordinierten und vereinten Blick haben", sagte Pompeo. Abe sagte, die USA und Japan wollten der Welt demonstrieren, dass ihre Allianz so stark sei wie nie. In allen Aspekten der Nordkorea-Politik gebe es eine sorgfältige Zusammenarbeit.

Bei seinem Besuch am Sonntag in Nordkorea dürfte der US-Außenminister vor der größten diplomatischen Herausforderung stehen. "Wir müssen sicherstellen, dass wir verstehen, was jede Seite wirklich versucht, zu erreichen und wie wir unsere gemachten Versprechen erfüllen können", sagte Pompeo auf dem Flug nach Asien. Er werde versuchen, Ort und Zeitpunkt eines zweiten Gipfeltreffens von US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un festzuzurren. Anschließend reist er nach Südkorea und China.

Japans Interessen und Sorgen

Trump und Kim waren erstmals im Sommer in Singapur zu einem Treffen zusammengekommen. Dabei einigten sie sich in vagen Worten auf die nukleare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Seither sind konkrete Schritte aber ausgeblieben. Japan versucht dabei immer wieder, seinen Interessen und Sorgen Gehör zu verschaffen.

Die USA und Japan fordern von Nordkorea einen genauen Überblick über dessen Nuklearanlagen. "Offenlegung aller nuklearen Bestände ist der erste Schritt in Richtung Entnuklearisierung", sagte der japanische Außenminister Taro Kono. Es sei noch zu früh, um über die von Nordkorea geforderte Erklärung zum offiziellen Ende des Koreakrieges zu sprechen. Pompeo und er hätten dazu keine Einzelheiten erörtert.

US-Präsident Donald Trump und der Machthaber von Nordkorea Kim Jong Un sitzen am Schreibtisch. | Bildquelle: AFP
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US-Präsident Trump und der Nordkoreas Machthaber Kim bei ihrem ersten Treffen im Juni. Auf seiner Reise will Pompeo ein zweites Treffen vorbereiten.

Pompeo will "Zeitspiel" vermeiden

"Wir reden noch nicht einmal darüber, ob wir es tun werden oder nicht", sagte Kono. "Das ist kein Thema, über das wir überhaupt nachdenken." Japan selbst war am Koreakrieg von 1950 bis 1953 gar nicht beteiligt.

Am Mittwoch hatte sich Pompeo von seinem bisherigen Ziel distanziert, Nordkorea solle sein Atomwaffenprogramm bis zum Ende Trumps erster Amtszeit im Januar 2021 aufgegeben haben. Er wolle nicht beim "Zeitspiel" mit machen, sagte er. "Ob es zwei Jahre dauert, drei Jahre oder fünf Monate, das ist egal. Es gibt keine Atomtests und keine Raketentests."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. Oktober 2018 um 19:00 Uhr.

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