Lava fließt am Vulkan Mayon herunter | Bildquelle: AP

Vulkan auf Philippinen 70.000 Menschen fliehen vor Mayon

Stand: 25.01.2018 10:49 Uhr

Es ist ein beeindruckendes Naturspektakel: Seit Tagen spuckt der Vulkan Mayon auf den Philippinen Lava. Doch das könnte erst das Vorspiel für einen großen Ausbruch sein. 70.000 Menschen sind auf der Flucht.

Aus Furcht vor einem gewaltigen Ausbruch des Vulkans Mayon haben auf den Philippinen mehr als 70.000 Menschen die Umgebung verlassen. Der 2463 Meter hohe Berg spuckt seit mehr als einer Woche rotglühende Lava in den Himmel. Wegen der gefährlichen Aschewolken musste der Flugverkehr in der Nähe weitgehend eingestellt werden.

An den Schulen rund um den Vulkan fällt der Unterricht bereits seit Tagen aus. Der Mayon ist der aktivste Vulkan des Inselstaats in Südostasien. Er rumort seit dem 13. Januar, seine Lava floss nach einer beeindruckenden, aber brandgefährlichen Eruption bis zu drei Kilometer weit. Sie schoss bis zu 600 Meter hoch, Aschewolken stiegen in eine Höhe von bis zu fünf Kilometern über dem Krater auf.

Behörden warnen vor gefährlicher Eruption

Die Behörden haben inzwischen die Alarmstufe 4 ausgerufen. Das bedeutet, dass es innerhalb der nächsten Tage eine gefährliche Eruption geben kann. Viele Anwohner sind nun in einer von mindestens 66 Notunterkünften untergebracht oder haben bei Verwandten Unterschlupf gefunden. Zugleich versuchen aber auch immer wieder Dorfbewohner und Touristen, in die Gefahrenzone zurückzukehren. "Das ist ein logistischer Alptraum", sagte der regionale Direktor des Zivilschutzes, Claudio Yucot.

Das philippinische Institut für Vulkan- und Erdbebenforschung warnte, dass das Brodeln zwei bis vier Monate anhalten könnte. Innerhalb des Vulkans steige die Magma derzeit immer weiter in die Höhe. Die Behörden haben ein Gebiet im Umkreis von neun Kilometern zur Sperrzone erklärt.

Vulkan zieht Touristen an

In den vergangenen 500 Jahren brach der Vulkan, der etwa 330 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila liegt, bereits 50 Mal aus. Trotzdem - oder vielleicht genau deswegen - ist er ein beliebtes Ziel von Bergsteigern und Touristen geblieben. Vor viereinhalb Jahren hatte der Vulkan bei einem plötzlichen Ausbruch fünf Bergsteiger getötet, die trotz Warnungen in Richtung Gipfel geklettert waren. Unter ihnen waren drei Deutsche. Im Jahr 1814 starben am Mayon mehr als 1200 Menschen.

Die Philippinen liegen auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde rund um den Pazifik. 22 Vulkane des Inselstaates gelten als aktiv.

Über dieses Thema berichtete WDR KIRAKA am 25. Januar 2018 um 19:50 Uhr in den Nachrichten.

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