Nancy Pelosi | Bildquelle: AP

US-Demokratin Pelosi bleibt Fraktionsvorsitzende

Stand: 18.11.2020 19:02 Uhr

80 Jahre alt - und kein bisschen müde: Nancy Pelosi musste zwar zuletzt parteiintern Kritik einstecken, bleibt aber Fraktionsvorsitzende der US-Demokraten. Sie dürfte damit auch Nummer drei im Staate bleiben.

Nancy Pelosi wird trotz wachsender Kritik auch künftig die Demokraten im US-Repräsentantenhaus anführen. Die Abgeordneten der Demokratischen Partei wählten die Politik-Veteranin erneut zu ihrer Fraktionsvorsitzenden. Das teilte die Fraktion auf Twitter mit.

Die Abstimmung wurde wegen der Coronavirus-Pandemie erstmals virtuell abgehalten. Damit müsste Pelosi im kommenden Jahr auch wieder zur Vorsitzenden der Kongresskammer ("Speaker of the House") gewählt werden. Diese Abstimmung findet Anfang Januar statt - kurz vor der Vereidigung des neugewählten Präsidenten Joe Biden, der ebenfalls den Demokraten angehört.

Bei den Präsidentschafts- und Kongresswahlen vom 3. November hatten die Demokraten ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verteidigt. Die Partei verlor aber mehrere Mandate an die Republikaner des abgewählten Präsidenten Donald Trump. Kritiker machten Pelosi dafür mitverantwortlich und verlangten einen Führungswechsel.

Protokollarisch die Nummer drei im Staat

Pelosi ist schon seit 2003 Fraktionschefin der Demokraten im Repräsentantenhaus. 2019 wurde sie zum zweiten Mal auch Vorsitzende der Kongresskammer mit ihren insgesamt 435 Abgeordneten. Das Amt hatte sie schon zwischen 2007 und 2011 als erste Frau in der US-Geschichte inne. In den vergangenen Jahren war Pelosi die wichtigste Gegenspielerin von Präsident Trump, der sie als "crazy Nancy" (verrückte Nancy) betitelte.

Als Vorsitzende des Repräsentantenhauses ist Pelosi protokollarisch die Nummer drei im Staat nach dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten. In diesem Amt dürfte sie bestätigt werden, wenn der neugewählte Kongress zusammenkommt. Als Fraktionschefin wird sie die knappe Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus - die genaue Mandatsverteilung steht noch nicht fest - zusammenhalten müssen.

Spannungen in der Partei

In der Partei gibt es Spannungen zwischen dem moderaten und dem linken Flügel, die bei Auseinandersetzungen über den künftige Regierungskurs des Mitte-Politikers Biden hochkochen könnten. In der zweiten Kongresskammer, dem Senat, hatten bislang Trumps Republikaner mit 53 von 100 Mandaten die Mehrheit.

Über die künftige Senatsmehrheit werden zwei Stichwahlen im Bundesstaat Georgia Anfang Januar entscheiden. Bislang haben die Republikaner 50 Senatssitze sicher und die Demokraten 48.

Two more years - Pelosi gewählt aber US-Demokraten streiten über Richtung
Torsten Teichmann, ARD Washington
19.11.2020 07:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. November 2020 um 05:22 Uhr.

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