Erdogan spricht auf dem AKP-Parteittag in ein Mikrofon. | Bildquelle: dpa

AKP-Parteitag in der Türkei Erdogan will Auslandseinsätze ausweiten

Stand: 18.08.2018 18:59 Uhr

Der türkische Präsident Erdogan will die Einsätze des türkischen Militärs im Irak und in Syrien ausweiten. Außerdem legte er auf dem AKP-Parteitag in Ankara auch im Streit mit den USA nach.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat auf dem Parteitag seiner AKP angekündigt, die grenzüberschreitenden Militäreinsätze im Irak und in Syrien zu verstärken. Er werde "die Quelle der Bedrohung" für sein Land trockenlegen.

Öl ins Feuer im Streit mit den USA

Die Ankündigung dürfte die Krise zwischen der Türkei und den USA noch verschärfen. Im Norden Syriens stehen sich US-amerikanische und türkische Truppen direkt gegenüber. Washington unterstützt dort kurdische Verbände, die große Erfolge gegen die Terrormiliz Islamischer Staat erzielt haben. Sie kontrollieren ein Gebiet von Hunderten Kilometern entlang der Grenze.

Erdogan mit seiner Frau auf der Bühne des AKP-Parteitags in Ankara. | Bildquelle: AFP
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit seiner Frau Emine Erdogan: "Wir werden euch die Stirn bieten."

Die Türkei sieht die Einheiten unter der Führung der Gruppe YPG an ihrer Grenze allerdings als syrischen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Zweimal marschierte das Land mit pro-türkischen Rebellen bereits in den Nordwesten Syriens ein und eroberte Kurdengebiet, zum Beispiel in Afrin.

Auch mit den Kurden im Irak steht Ankara im Konflikt. Türkische Soldaten drangen auch in den Nordirak ein, wo die PKK Rückzugsgebiete hat. Im vergangenen September hatten sich nordirakische Kurden in einem Referendum mit überwältigender Mehrheit für die Unabhängigkeit vom Rest des Landes ausgesprochen. Wie auch die irakische Regierung in Bagdad lehnt die Türkei einen unabhängigen Kurdenstaat dort ab.

"Wir werden euch die Stirn bieten"

Erdogan teilte auf dem Parteitag auch direkt gegen die USA aus: "Einige denken, sie könnten uns drohen mit der Wirtschaft, Strafmaßnahmen, Devisenkursen, Zinsen und Inflation. Wir kennen eure Betrügereien, und wir werden euch die Stirn bieten", sagte er. Über den NATO-Partner sagte Erdogan weiter, die Türkei werde sich nicht denjenigen ergeben, "die uns als strategischen Partner darstellen und zugleich aus uns ein strategisches Ziel machen wollen". 

Die US-Regierung hatte am Donnerstag erklärt, Washington plane weitere Konsequenzen, wenn die Türkei den inhaftierten evangelikalen Pastor nicht schnell freilasse. Präsident Donald Trump bezeichnete Brunson, der seit Oktober 2016 unter Spionage- und Terrorvorwürfen inhaftiert ist, als "Geisel" Ankaras. Anfang August hatte Trump Strafmaßnahmen gegen den türkischen Justiz- und den Innenminister wegen ihrer Rolle im Fall Brunson verhängt. Außerdem verdoppelte er die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte. Damit schickte er die ohnehin schwächelnde türkische Lira auf Talfahrt. 

Auf dem Parteitag in Anakara wurde Erdogan nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu einstimmig als AKP-Chef bestätigt. Alle fast 1400 abgegebenen Stimmen seien auf Erdogan entfallen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 18. August 2018 um 16:00 Uhr.

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