Der Papst bei einem Besuch einer Caritas-Hilfseinrichtung für Flüchtlinge in Marokko | Bildquelle: AP

Papst in Marokko Mahnende Worte zur Flüchtlingspolitik

Stand: 31.03.2019 05:21 Uhr

Bei seinem Besuch in Marokko hat sich Papst Franziskus mit Migranten getroffen. Er forderte mehr Mitgefühl auf der Welt und skizzierte ein Manifest für eine christliche Flüchtlingspolitik.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom, zzt. in Rabat

Die bescheidenste Hütte für die wichtigste Botschaft: Die bislang bemerkenswerteste Rede seines Besuchs in Marokko hielt der Papst in einem schlichten Saal der Caritas in Rabat. Rund 60 Migranten und Flüchtlinge aus der Mitte und dem Westen Afrikas saßen Franziskus in dem kleinen Raum gegenüber.

"Es ist für mich eine Gelegenheit, meine Nähe zu euch allen zum Ausdruck zu bringen und mit euch einer großen und schweren Wunde entgegenzutreten, die den Beginn des 21. Jahrhunderts weiter stark belastet. Es ist eine Wunde, die zum Himmel schreit", sagte der Papst.

Immer mehr Migranten und Flüchtlinge suchen über Marokko den Weg nach Europa, viele von ihnen aber stranden hier, weil ihnen das Geld für die Weiterfahrt fehlt. Die Caritas kümmert sich um diese Menschen, hilft ihnen bei der Wohnungssuche und gibt ihnen medizinische Hilfe.

Der Papst bei einem Besuch einer Caritas-Hilfseinrichtung für Flüchtlinge in Marokko | Bildquelle: CIRO FUSCO/EPA-EFE/REX
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Ein bescheidener Ort für eine wichtige Botschaft: Eine Caritas-Hilfseinrichtung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat.

Papst: Entwicklung heißt Fähigkeit zum Mitgefühl

Franziskus machte seine Rede vor den Flüchtlingen und den Helfern zu einer Art Manifest für eine christliche Flüchtlingspolitik. Eine entwickelte Gesellschaft, so die Mahnung des Papstes Richtung Europa und Nordamerika, zeichne sich nicht nur durch ihre technische und wirtschaftliche Stärke aus, sondern auch auch durch ihre Fähigkeit zum Mitgefühl. Aufnehmen, schützen, fördern und integrieren - das müsse die Leitlinie für eine christliche Politik sein.

"Wie verlassen und unwirtlich eine Stadt wird, wenn sie die Fähigkeit zum Mitgefühl verliert", so der Papst weiter. "Eine herzlose Gesellschaft, eine sterile Mutter. Ihr seid keine Außenseiter, ihr seid in der Herzmitte der Kirche."

Marokko: Papst forder Unterlassung offensiver Bekehrungsversuche von christlicher Minderheit
tagesschau 17:15 Uhr, 31.03.2019

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Bekenntnis zum UN-Migrationspakt

Die Migranten in der Mitte einer christlichen Politik. Franziskus bekannte sich in Rabat zum in Marokko Ende vergangenen Jahres beschlossenen UN-Migrationspakt. Dieser Pakt leiste einen Beitrag zu einer sicheren und geordneten Migration, so der Papst. Das sei notwendig, "um den Menschenfleisch-Händlern, die mit den Träumen und mit den Nöten der Migranten Geschäfte machen, keine neuen Räume zu geben."

Zum Auftakt seines Besuchs in Marokko hatte Franziskus erneut die Bedeutung des Dialogs zwischen Christen und Muslimen betont. Religion dürfe nicht missbraucht werden, um zu Hass und Gewalt aufzurufen, sagte der Papst. Marokkos König Mohammed betonte: Radikalismus sei die Folge von Ignoranz, dies könne nicht militärisch, sondern nur durch Bildung besiegt werden.

20.000 Katholiken leben in Marokko

Zum Abschluss seines Besuches in Marokko feiert Papst Franziskus eine Messe in Rabat - in einem Land, in dem Christen mehr Freiheiten genießen als in anderen muslimischen Staaten. König Mohammed hatte in seiner Rede zur Begrüßung des Papstes ausdrücklich betont, er sehe sich als Garant der Religionsfreiheit auch für die Christen im Land. In Marokko leben etwa 20.000 Katholiken.

Manifest für Migranten: Papst-Rede in Marokko
Jörg Seisselberg, ARD Rom, zzt. Rabat
31.03.2019 00:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. März 2019 um 17:00 Uhr.

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