Papst Franziskus in seiner wöchentlichen Generalaudienz | Bildquelle: dpa

Dokumentarfilm Papst für Schutz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften

Stand: 21.10.2020 20:25 Uhr

Erstmals hat sich Papst Franziskus für den Schutz gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften ausgesprochen. "Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu leben", sagte er in einer Dokumentation.

Papst Franziskus befürwortet eingetragene, zivile Partnerschaften für homosexuelle Paare. "Homosexuelle haben das Recht, in einer Familie zu leben", sagte er in einem Interview für die Dokumentation "Francesco", die heute beim Filmfestival in Rom Premiere feierte. Sie seien Kinder Gottes.

"Was wir benötigen, ist ein Gesetz, das eine zivile Partnerschaft ermöglicht", sagte der Papst. Betroffene sollten rechtlich abgesichert sein. Dafür habe er sich auch eingesetzt.

"Keine Diskriminierung"

Der Papst ist für seine im Vergleich zu seinen beiden unmittelbaren Vorgängern Benedikt XVI. und Johannes Paul II. offeneren Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren bekannt. Als Erzbischof von Buenos Aires hatte er allerdings 2010, anlässlich der Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Argentinien, von einem "Schachzug des Teufels" gesprochen. Die zuvor dort geltende eingetragene Partnerschaft duldete er hingegen.

Das katholische Kirchenoberhaupt äußerte sich bisher zu diesem Thema nie. Er signalisierte aber, eingetragene Partnerschaften für Homosexuelle dulden zu wollen. Er betonte stets, dass diese wegen ihrer Orientierung nicht diskriminiert werden dürften. Er gab der Familie dabei große Bedeutung. Nach katholischer Lehre, so betonten viele Kirchenvertreter, ist die Ehe der Verbindung aus Mann und Frau vorbehalten.

Lob für den Vorstoß

Der Jesuit James Martin, einer der Vorkämpfer für ein besseres Verhältnis zwischen Homosexuellen und Kirche, begrüßte die Stellungnahme des Papstes "als einen großen Schritt zur Unterstützung der Kirche für LGBT-Menschen".

Wenn der Papst positiv über Lebenspartnerschaften spreche, sei das eine "starke Botschaft an Orte, an denen sich die Kirche gegen solche Gesetze ausgesprochen hat", erklärte Martin.

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