Orang-Utan-Weibchen Sandra | Bildquelle: dpa

Urteil zu Orang-Utan-Dame Sandra kommt frei

Stand: 27.09.2019 17:28 Uhr

Ein Orang-Utan-Weibchen muss aus dem ehemaligen Zoo von Buenos Aires in eine Auffangstation für Menschenaffen in den USA verlegt werden. Das Gericht sprach dem Tier die Rechte einer "nichtmenschlichen Person" zu, die Freilassung sei zwingend.

Auf Verlangen der argentinischen Justiz zieht Orang-Utan-Dame Sandra in die USA um. Ein Gericht in Buenos Aires sprach dem Tier die Rechte einer "nichtmenschlichen Person" zu, deshalb sei ihre Freilassung zwingend. Das Tier wurde bereits per Direktflug nach Dallas gebracht - - allerdings nicht als Passagier, sondern im Frachtraum.

Geboren in Rostock

Sandra hatte es zu Berühmtheit gebracht. Sie war 1986 im Rostocker Zoo geboren und 1994 nach Argentinien gebracht worden. Tierschützer kämpften 2014 für ihre Freilassung, weil die Affen-Dame im Zoo in Bueonos Aires eine "ungerechtfertigte Gefangenschaft" erleide. Zwar sei sie biologisch nicht identisch mit dem Menschen, wohl aber emotional. In Freiheit wäre sie demnach glücklicher, argumentierten die Tierschützer - und bekamen Recht. Das Urteil ließ den Affen mit den Rechten einer "nichtmenschlichen Person" von einem Tag auf den anderen weltweit bekannt werden.

Orang-Utan-Weibchen Sandra | Bildquelle: dpa
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Sandra wurde 1986 in Rostock geboren.

Zu wenig Auslauf im Ökopark

Allerdings bewegte sich danach wenig, Sandra lebte weiter im Zoo von Buenos Aires. Dieser wurde schließlich von den Behörden in einen Ökopark umgewandelt. Glück für Sandra: Experten der Universität von Buenos Aires erklärten daraufhin, dass die veränderten Lebensbedingungen eine Gefahr für die Orang-Utan-Dame darstellten und sie in einem weitläufigeren Gehege untergebracht werden müsse. Die Richter gaben auch in diesem Fall jetzt Recht.

Treffen mit "Bubbles" in Florida

Da die 53 Kilogramm schwere Menschenäffin nicht imstande ist, sich dem Leben in der Wildnis anzupassen, soll sie zukünftig im Freigehege des Center for Great Apes in Florida leben. Dort sind bereits 21 weitere Orang-Utans und 31 Schimpansen untergebracht, unter ihnen "Bubbles", ehemals Haustier von Popstar Michael Jackson.

Vor dem Einzug in Florida muss Sandra jedoch noch eine rund 40-tägige Quarantäne im Sedgwick County Zoo in Wichita im US-Bundesstaat Kansas durchstehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 27. September 2019 in den Nachrichten innerhalb der Sendung "Hielscher oder Haase" zwischen 06:30 Uhr und 10:00 Uhr.

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