Menschen gehen mit ihren Skiern zu einer Gondel in der Talstation des Skigebiets Zillertal Arena | Bildquelle: dpa

Skigebiete in Österreich Neue Pisten-Konzepte und Appelle

Stand: 28.12.2020 16:51 Uhr

Nachdem es in einigen Skigebieten Österreichs voll geworden war, sollen nun Corona-Regeln verschärft werden. Auch auf deutschen Bergen gab es Chaos - Tagesausflügler werden gebeten, zu Hause bleiben.

Einige österreichische Skigebiete passen nach großem Andrang am sonnigen Wochenende ihre Corona-Sicherheitskonzepte an. Nach Angaben des Bundeslandes Oberösterreich gehören dazu eine weitere Begrenzung der Parkplätze, mehr Platz zum Anstellen und mehr Ordner. Die dortigen Skigebieten Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg waren gestern sehr gut besucht gewesen.

Österreich verschärft Corona-Sicherheitskonzepte in Skigebieten
tagesschau 20:00 Uhr, 28.12.2020, Markus Rosch, ARD Wien

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"Im Sinne der Eigenverantwortung appelliere ich aber auch an die Skifahrerinnen und Skifahrer, so weit möglich auch erst ab Mittag in die Skigebiete zu kommen, denn da sind viele Gäste vom Vormittag wieder auf dem Heimweg und man kommt so bequem und ohne Staus auf die Piste", sagte der regionale Wirtschaftsminister, Markus Achleitner.

Viele Abreisen bereits in der Mittagszeit

Am Sonntag seien um 12 Uhr etwa 3000 Gäste im Skigebiet Hinterstoder gewesen, ein Drittel aber bis 12:30 Uhr wieder abgereist, so Achleitner.

In Hinterstoder seien die im Zuge der Pandemie eingeschränkten Parkplätze schon um 9.30 Uhr ausgelastet gewesen, sagte Helmut Holzinger, Vorstandsdirektor der Hinterstoder-Wurzeralm-Bergbahnen, dem ORF. Mit Hilfe der Polizei seien die Autos schon vor der Taleinfahrt abgewiesen worden.

Quarantänepflicht für Ausländer

In Österreich sind viele Skigebiete geöffnet, allerdings faktisch nur für Österreicherinnen und Österreicher. Für Gäste aus dem Ausland gilt eine zehntägige Quarantänepflicht. Das vorzeitige Beenden der Quarantäne ist frühestens am fünften Tag durch einen negativen PCR- oder Antigen-Test möglich.

Zudem sind FFP2-Masken für alle Skifahrer über 14 Jahre vorgeschrieben, die Gondeln oder Lifte benutzen oder anstehen müssen.

Chaos auch auf deutschen Bergen

Obwohl auf deutschen Bergen die Lifte stillstehen und Restaurants geschlossen sind, war auch hier über die Feiertage viel los. Die Menschen kamen zum Rodeln, Spazieren und Wandern. Sie sorgten zum Beispiel im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb an manchen Orten für Chaos auf Straßen und Parkplätzen. Zudem registrierte die Polizei zig Verstöße etwa gegen Vorschriften zu Mindestabständen.

Im nordrhein-westfälischen Winterberg steht ein LED-Hinweis-Schild mit der Aufschrift "Alle Parkplätze belegt!" an einer Kreuzung in der Nähe des Kahlen Astens. | Bildquelle: dpa
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Nichts ging mehr in Winterberg: Anreisende wurden gebeten, wieder umzukehren.

Sorge vor dem Neujahrswochenende

Ähnliche Szenen gab es am Wochenende in Winterberg im Sauerland. Die Stadt weist auf ihrer Internetseite darauf hin, dass das Rodeln an den geschlossenen Liften nicht erlaubt sei, "auch wenn es viele tun". Mit Blick auf das bevorstehende lange Neujahrswochenende appellierte das baden-württembergische Gesundheitsministerium an die Menschen, "auf Tagesausflüge zu verzichten und die bestehenden Regeln nicht auszureizen".

Auch in Bayern ist die Sorge vor zu großem Andrang und Chaos groß, etwa im Nationalpark Bayerischer Wald. "Die Lage an den Parkplätzen kann vielerorts nur mit dem Wort katastrophal beschrieben werden", sagte der stellvertretende Leiter der Parkverwaltung, Jörg Müller. Einzelne Ausflügler seien "kreuz und quer durch das Kerngebiet" des Nationalparks gelaufen und hätten dadurch störungsempfindliche Tierarten wie das Auerhuhn gefährdet. Zum Jahreswechsel will der Nationalpark verstärkt Ranger einsetzen und Besucher auf die Verhaltensregeln hinweisen.

Anderswo blieb die Lage entspannt

Anderswo ging es entspannter zu: Die Parkplätze an den Pisten in Garmisch-Partenkirchen seien zwar "definitiv gut besucht" gewesen, sagte eine Sprecherin der Bayerischen Zugspitzbahn. "Es gab aber keine Staus oder Parkchaos." Andere Bergbahn-Betreiber, etwa im Allgäu, hatten ihre Parkplätze komplett gesperrt.

Aus den hessischen Mittelgebirgen hieß es, trotz des Besucherandrangs über die Weihnachtsfeiertage sei im Bezug auf die Corona-Beschränkungen alles im Rahmen geblieben. Auf dem Großen Feldberg im Rhein-Main-Gebiet waren über die Feiertage präventiv Zufahrtswege zum Gipfel für den Individualverkehr gesperrt worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Dezember 2020 um 20:00 Uhr.

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