Soldaten und Medizinpersonal in Gütersloh | AP

Nach Corona-Ausbruch Österreich warnt vor Reisen nach NRW

Stand: 24.06.2020 15:38 Uhr

"Vor Reisen nach Nordrhein-Westfalen wird gewarnt": Nach dem Corona-Ausbruch bei Tönnies verhängte Österreich eine Reisewarnung für das Bundesland. Damit steht NRW auf der gleichen Stufe wie die chinesische Provinz Hubei und die italienische Lombardei.

Nach dem massiven Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh hat Österreich eine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen ausgesprochen. "In Zusammenhang mit der neuerlichen Ausbreitung des Coronavirus gilt für Nordrhein-Westfalen eine partielle Reisewarnung der Stufe 5", teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz mit.

Das Außenministerium in Wien warnte deshalb vor Reisen in das Bundesland. Für den Rest Deutschlands gilt aus Sicht des Ministeriums ein niedrigeres Sicherheitsrisiko der Stufe 4. Von nicht unbedingt notwendigen Reisen in das Land rät Österreich ab.

"Weiter wachsam bleiben"

Insgesamt gibt es sechs Stufen. Die höchste gilt, wenn die Reisewarnung ein ganzes Land betrifft. Auf der gleichen "partiellen" Stufe wie NRW stehen in Österreich aktuell unter anderem die chinesische Provinz Hubei und die italienische Lombardei.

Kurz verkündete die partielle Reisewarnung für NRW im Zuge der Ankündigung weiterer Lockerungen der Corona-Beschränkungen in seinem Land. Dabei warnte er, dass das neuartige Coronavirus "nicht verschwunden" sei und die Menschen "weiter wachsam" bleiben müssten. Schließlich zeige der Fall Tönnies im Nachbarland, "wie schnell es zu weiteren dramatischen Situationen kommen kann".

Auflagen für Touristen aus Hotspots

Der Corona-Ausbruch im Tönnies-Werk wirkt sich auch auf die Ferienreisen der Gütersloher aus. In Bayern dürfen Beherbergungsbetriebe keine Menschen mehr aufnehmen, die aus einem Landkreis einreisen, in dem die Zahl der Neuinfektionen in den zurückliegenden sieben Tagen bei mehr als 50 pro 100.000 Einwohner liegt. Im Kreis Gütersloh liegt dieser Wert weit über 50.

Niedersachsen erlässt ebenfalls ein Beherbergungsverbot für Menschen aus der Region. Eine entsprechende Regelung werde gerade erarbeitet, teilte eine Regierungssprecherin mit. Noch nicht entschieden ist, ob sie generell für Regionen in Deutschland mit einer erhöhten Zahl von Corona-Neufinfektionen gelten soll.

Innenminister wollen beraten

Auch in Mecklenburg-Vorpommern dürfen Urlauber aus Risiko-Gebieten wie dem Kreis Güterloh nicht einreisen oder bleiben. Schleswig-Holstein will Reisende aus solchen Corona-Hotspots künftig zwei Wochen in Quarantäne schicken. Ausnahmen soll es jeweils nur für jene geben, die einen aktuellen negativen Corona-Test vorweisen können.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Juni 2020 um 15:00 Uhr.