Otto Warmbier Nordkorea | Bildquelle: AP

US-Student nach Haft gestorben "Unser Sohn hat seine Heimreise beendet"

Stand: 20.06.2017 05:50 Uhr

Die traurige Nachricht traf Amerika wie ein Schock: Nur eine Woche nach seiner Rückkehr aus dem Straflager in Nordkorea ist der Student Otto Warmbier gestorben. US-Präsident Trump bezeichnete das Regime in Pjöngjang als brutal.

Von Martin Ganslmeier, ARD-Studio Washington

Fred Warmbier | Bildquelle: AP
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Fred Warmbier macht das Regime in Pjöngjang für den Tod seines Sohnes verantwortlich.

"Unser Sohn hat seine Heimreise beendet", heißt es in einem Statement seiner Eltern, "im Kreis seiner ihn liebenden Familie ist Otto um 14.20 Uhr gestorben." Aufgrund der "furchtbaren, qualvollen Misshandlungen" in Nordkorea habe ihr Sohn solch schwere Hirnschäden erlitten, die leider "keinen anderen Ausgang" zuließen. Ihr Sohn habe nicht mehr sprechen und nicht mehr reagieren können. Eine Chance auf Heilung hatten die Ärzte ausgeschlossen.

Erst eine Woche vor dem Rücktransport ihres Sohnes hatten die Nordkoreaner das US-Außenministerium informiert, dass der 22-jährige Student seit über einem Jahr im Koma liegt. Sein Vater Fred schilderte vor wenigen Tagen, wie er Otto nach eineinhalb Jahren zu Hause empfing: "Ich kniete an seiner Seite nieder, umarmte ihn und sagte ihm, wie sehr ich ihn vermisste und wie froh ich bin, dass er wieder zu Hause ist."

Schwere Hirnschädigungen

Nach einer gründlichen Untersuchung widersprachen die Ärzte der Universitätsklinik von Cincinnati der offiziellen Erklärung Nordkoreas, Warmbier habe in der Haft eine schwere Nahrungsmittelvergiftung erlitten und sei nach Einnahme einer Schlaftablette ins Koma gefallen. Nach ihren Untersuchungen wurden dem Studenten vor über einem Jahr schwere Schädigungen im Hirn zugefügt - wahrscheinlich als Folge von Sauerstoffentzug und vorübergehendem Herzstillstand.

US-Student Warmbier stirbt nach Freilassung
tagesschau 16:00 Uhr, 20.06.2017, Ina Ruck, ARD Washington

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Er stahl ein Propagandaplakat

Otto Warmbier war Anfang 2016 mit einem Veranstalter von Abenteuerreisen nach Nordkorea gekommen. Zum Verhängnis wurde ihm, dass er in seinem Hotel versuchte, ein Propaganda-Plakat von der Wand zu entfernen, um es als Souvenir mitzunehmen. Nach einem Schauprozess im März wurde er zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt. Vergeblich flehte der Student damals die Richter an: "Bitte denken Sie an meine Familie und verschonen Sie mein Leben!" Es waren die letzten Worte, die seine Eltern von ihm hörten.

Trump spricht von "brutalem Regime"

Unmittelbar nach der Nachricht von Warmbiers Tod machte US-Präsident Donald Trump Nordkorea für den Tod des US-Studenten verantwortlich: "Wenigstens haben wir ihn zu seinen Eltern nach Hause bringen können. Sie waren so froh darüber, obwohl er in solch schlimmem Zustand war. Es ist ein brutales Regime, aber damit werden wir fertig."

US-Außenminister Rex Tillerson kündigte an, die US-Regierung werde Nordkorea für Warmbiers ungerechte Inhaftierung zur Verantwortung ziehen. Der republikanische Senator John McCain warf Nordkorea "Folter und Mord" vor.

Warnung vor militärischer Vergeltung

Mehrere Experten warnten allerdings vor militärischen Vergeltungsmaßnahmen. Michael Green von der Washingtoner Denkfabrik "Center for Strategic and International Studies" sagte: "Nordkorea hat Raketen und Nuklearwaffen, die Japan und Korea treffen und möglicherweise Amerika bedrohen können. Und es sind drei weitere US-Bürger in Nordkorea gefangen, die wir rausholen wollen."

Um deren Leben nicht zu gefährden, halten es Experten für wahrscheinlicher, dass die US-Regierung nicht mit Militärschlägen reagiert, sondern noch schärfere Sanktionen verhängt.

Nach Rückkehr aus Nordkorea: US-Student Warmbier gestorben
Martin Ganslmeier, ARD Washington
20.06.2017 06:45 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 20. Juni 2017 u.a. die tagesschau um 04:43 Uhr, NDR Info um 06:50 Uhr und tagesschau24 um 09:00 Uhr.

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