Eine mobile Abschussrampe für eine Boden-Boden-Rakete | Bildquelle: REUTERS

Trotz Abrüstungsgesprächen Baut Nordkorea weiter Raketen?

Stand: 12.11.2018 20:22 Uhr

US-Experten haben nach eigenen Angaben 13 Standorte eines nordkoreanischen Raketenprogramms lokalisiert. Dort soll weiter am Ausbau des Atomwaffen- und Raketenarsenals des Landes gearbeitet werden.

Nordkorea treibt nach Informationen der "New York Times" ungeachtet der Abrüstungsgespräche mit den USA sein Atomwaffenprogramm voran. Das Blatt beruft sich dabei auf eine Untersuchung des US-Think-Tanks CSIS (Zentrum für strategische und internationale Studien).

Demnach sollen Bilder kommerzieller Satelliten belegen, dass die nordkoreanische Führung an 13 verborgenen Standorten an dem Ausbau seines Atomwaffen- und Raketenarsenals arbeite. Nordkorea habe dies nicht offengelegt und täusche die amerikanischen Verhandlungspartner, hieß es.

Möglicherweise weitere Standorte

Es werde geschätzt, dass Nordkorea an insgesamt 20 geheimen Standorten weiter Raketen baut, auch wenn es seine Tests nach einem Treffen zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump im Juni eingestellt hatte.

An den entdeckten Standorten gebe es keine Startvorrichtungen, und teilweise seien sie auch sehr rudimentär, hieß es in dem Bericht. Sie zeigten aber das Ausmaß des nordkoreanischen Raketenprogramms und die Entschlossenheit, dieses auch geheim zu halten, schrieben die Autoren.

Bereits im Juli hatte die "Washington Post" über den Verdacht berichtet, dass Nordkorea an ballistischen Interkontinentalraketen arbeite. Die US-Regierung erklärte damals zudem, dass das Land weiter Raketentreibstoff produziere.

Ein Satellitenbild der Forschungsanlage Sanumdong nahe Pjöngjang. | Bildquelle: REUTERS
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In der Forschungsanlage Sanumdong nahe Pjöngjang soll an Raketen gearbeitet werden.

Bisher keine konkreten Abrüstungszusagen

US-Präsident Trump spricht regelmäßig von großen Fortschritten bei den Gesprächen mit Nordkorea. Kim hat bisher aber keine konkreten Zusagen gemacht, wann und wie sein bestehendes Atomwaffen- und Raketenarsenal abgebaut werden soll. Auch ist noch unklar, wie die Gegenleistungen der USA aussehen. In den nächsten Monaten soll ein zweites Treffen Trumps mit Kim stattfinden.

Ursprünglich hatte sich US-Außenminister Mike Pompeo vor wenigen Tagen in New York mit Nordkoreas Chefunterhändler Kim Yong Chol treffen wollen, um den zweiten Gipfel vorzubereiten. Das Treffen war jedoch kurzfristig auf ein unbestimmtes Datum verschoben worden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 12. November 2018 um 19:03 Uhr.

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