Das männliche Nördliche Breitmaulnashorn "Sudan" steht im Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia. | Bildquelle: dpa

Nördliches Breitmaulnashorn Das letzte Männchen ist gestorben

Stand: 20.03.2018 09:02 Uhr

Der letzte bekannte Nördliche Breitmaulnashornbulle der Welt ist tot. Der 45-jährige "Sudan" sei wegen altersbedingten Komplikationen eingeschläfert worden, teilte das kenianische Tierschutzgebiet Ol Pejeta mit.

Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn der Welt ist gestorben. Der 45 Jahre alte "Sudan" habe zuletzt altersbedingt stark gelitten - daher hätten die Tierärzte die Entscheidung getroffen, ihn am Montag einzuschläfern, teilte das Wildtierreservat Ol Pejeta in Kenia mit.

Sein Zustand habe sich in den letzten 24 Stunden erheblich verschlechtert. "Sudan" hatte unter anderem an einer Infektion am rechten Hinterbein gelitten. Zudem hatte er größere Hautwunden und seine Knochen und Muskeln bildeten sich zurück, wie Ol Pejeta mitteilte. Das Tier konnte nicht mehr stehen.

"Er war ein großartiger Botschafter für seine Art", sagte Richard Vigne, Leiter des Reservats nördlich von Nairobi. "Eines Tages wird sein Tod hoffentlich als wegweisender Moment für Naturschützer weltweit gesehen werden."

Nur noch zwei Exemplare weltweit

"Sudan" wurde 1973 im heutigen Südsudan, damals noch Sudan, geboren. Er wurde gefangengenommen und zusammen mit weiteren Nashörnern in einen Zoo im tschechischen Dvur Kralove gebracht. Als jegliche Versuche der Fortpflanzung scheiterten, wurden vier der Nördlichen Breitmaulnashörner, darunter "Sudan", 2009 nach Ol Pejeta transportiert. Doch auch hier war die natürliche Reproduktion nicht erfolgreich.

Der Breitmaulnashornbulle "Sudan" und seine weiblichen Artgenossen werden mit Möhren gefüttert. | Bildquelle: dpa
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Nach Sudans Tod sind dessen Enkelin und Tochter die einzigen verbliebenen Exemplare ihrer Art.

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"'Sudan' war das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn, das in freier Wildbahn geboren wurde", sagte Jan Stejskal vom Zoo in Dvur Kralove. "Sein Tod ist ein grausames Symbol für den menschliche Missachtung der Natur."

Nach "Sudans" Tod gibt es weltweit nur noch zwei Tiere dieser Unterart des Breitmaulnashorns, "Sudans" Tochter und Enkelin. Mithilfe künstlicher Reproduktion versuchen Wissenschaftler, unter anderem am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), den Fortbestand zu sichern. Eizellen der beiden Weibchen sollen mit vor längerer Zeit gewonnenen und eingelagerten Spermien verschmolzen werden. Die Embryos sollen von Südlichen Breitmaulnashörnern ausgetragen werden.

Das Nördliche Breitmaulnashorn lebte einst in Zentral- und Ostafrika. 1960 gab es der Naturschutzunion IUCN zufolge noch 2360 der Tiere in der freien Wildbahn. Doch Nashörner werden vor allem wegen ihrer Hörner gejagt, das pulverisierte Horn gilt in vielen asiatischen Ländern als Medizin. Von dem Südlichen Breitmaulnashorn gibt es dank intensivem Tierschutz im südlichen Afrika heute mehr als 20.000.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2018 um 10:00 Uhr.

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