Demonstranten bei Protesten in Nigeria | Bildquelle: AP

Schüsse von Sicherheitskräften Mehrere Tote nach Protesten in Nigeria

Stand: 21.10.2020 13:51 Uhr

Seit Wochen gehen Menschen in Nigeria für Reformen, Arbeitsplätze und höhere Löhne auf die Straße. Nicht das erste Mal sind dabei auch Menschen getötet worden - offenbar durch Schüsse in die Menge.

Dunja Sadaqi, ARD-Studio Nordwestafrika

Im westafrikanischen Nigeria sind nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten erneut mehrere Menschen bei regierungskritischen Protesten von Sicherheitskräften getötet worden. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. 

Laut einem Sprecher der Menschenrechtsorganisation Amnesty International waren bereits gestern in der Hafenmetropole Lagos an einem Versammlungspunkt der Demonstranten mehrere Menschen ums Leben gekommen. Offizielle Sicherheitskräfte sollen Schüsse in die Menge der Demonstranten abgefeuert haben. Laut Amnesty stehe die genaue Zahl der Toten noch nicht fest.

Mindestens 18 Menschen getötet

Wegen der Proteste hatten die Behörden zuvor Ausgangsbeschränkungen verhängt. Auch in anderen Teilen des Landes sollen Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Demonstranten vorgegangen sein. Es kam teilweise zu Ausschreitungen, Fahrzeuge wurden in Brand gesteckt, Geschäfte geplündert und Polizeieinrichtungen angegriffen.

Seit Wochen kommt es in Nigeria zu Protesten gegen Polizeigewalt. In den vergangen Wochen kamen dabei mindestens 18 Menschen ums Leben. Einer Spezialeinheit der Polizei werden von den Demonstranten Erpressung, Folter, Willkür und sogar Mord vorgeworfen. Nach dem wochenlangen Druck auf den Straßen hatte die Regierung die Spezialeinheit aufgelöst. Trotzdem gingen die Proteste weiter. Die größtenteils jungen Demonstranten fordern Reformen, mehr Arbeitsplätze und höhere Löhne.

Im westafrikanischen Nigeria leben über 82 Millionen Menschen von ca. 196 Millionen Einwohnern unterhalb der Armutsgrenze - Tendenz steigend.

Nigeria: Tote nach regierungskritischen Protesten
Dunja Sadaqi, ARD Rabat
21.10.2020 13:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Oktober 2020 um 06:00 Uhr.

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