Passanten auf einer mit Weihnachtsbeleuchtung geschmückten Straße in Amsterdam. | AFP

Niederlande verschärfen Corona-Regeln Ab 17 Uhr im Lockdown

Stand: 26.11.2021 20:20 Uhr

Eine Inzidenz von fast 900, eine kritische Lage in den Kliniken - die Niederlande sind derzeit weltweit mit am stärksten von der Pandemie betroffen. Die Regierung verschärft deshalb ihre Maßnahmen. Ab 17 Uhr muss fast alles schließen.

Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17 Uhr bis zum nächsten Morgen schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte an. Damit werden bereits bestehende Maßnahmen noch einmal deutlich verschärft. Bislang mussten Geschäfte um 18 Uhr schließen, Gastronomiebetriebe durften bis 20 Uhr geöffnet bleiben.

"In den Niederlanden ist dann im Prinzip alles ab 17 Uhr geschlossen", sagte Rutte. Ausgenommen seien Supermärkte. Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben. Maskenpflicht und Abstandsregeln werden in vielen Bereichen verschärft.

Polizei in Alarmbereitschaft

Die Niederlande hatten im September fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Im Oktober wurden jedoch neue Auflagen eingeführt. Seitdem kam es regelmäßig zu Protesten, zuletzt begleitet von teils heftigen Ausschreitungen. Mindestens 176 Menschen wurden festgenommen.

Angesichts der zusätzlichen Corona-Einschränkungen ist die Polizei nach eigenen Angaben landesweit in Bereitschaft, falls es zu neuen gewaltsamen Protesten kommen sollte. Die Gewalt hatte am vergangenen Freitag in der Hafenstadt Rotterdam begonnen, wo fünf Menschen durch Polizeischüsse verletzt wurden. In den darauffolgenden Tagen wurden bei Demonstrationen in zahlreichen Städten Polizisten mit Gegenständen beworfen, Feuerwerkskörper gezündet und Fahrräder in Brand gesteckt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlanden liegt bei fast 900 und ist damit aktuell eine der höchsten weltweit. Vor allem die Lage an den Krankenhäusern spitzt sich zu.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. November 2021 um 20:00 Uhr.