Ein Kind in New York | Bildquelle: Peter Foley/EPA-EFE/Shutterstock

Kawasaki-ähnliches Syndrom New York rätselt über tödliche Kinderkrankheit

Stand: 11.05.2020 13:08 Uhr

Nach Fällen in Europa sind nun auch bei Kindern in USA ungewöhnlich schwere Erkrankungen festgestellt worden. Symptome sind heftige Entzündungen. Noch ist unklar, ob ein Zusammenhang mit dem Coronavirus besteht.

Von Antje Passenheim, ARD-Studio New York

In New York sind mindestens 38 Jungen und Mädchen an einem unbekannten Syndrom erkrankt. Drei Kinder starben im Bundesstaat New York: ein Fünfjähriger, ein Grundschüler und ein Jugendlicher. Außerdem gebe es im Bundesstaat rund 50 weitere Verdachtsfälle, teilten die Behörden mit.

Bei der Krankheit sind verschiedene Körperteile von Entzündungen betroffen, ausgelöst offenbar durch eine übertriebene Immunreaktion. Zu den Symptomen zählen anhaltendes Fieber, Ausschlag, Bauchschmerzen und Erbrechen. "Und diese fügen dem Körper Schaden zu", erläuterte Bürgermeister Bill de Blasio. Er rief alle Eltern auf, deren Kinder unter beschriebenen Beschwerden litten, sofort ärztliche Hilfe zu suchen.

Zusammenhang mit Coronavirus nicht ausgeschlossen

Um einen möglichen Zusammenhang mit dem Coronavirus zu klären, würden nun alle betroffenen Kinder auf den Erreger und Antikörper getestet. Von den bislang getesteten Kindern sei fast die Hälfte mit dem Coronavirus infiziert gewesen. Gut 80 Prozent hätten Antikörper gegen den Erreger im Blut gehabt. Auch aus Italien, Großbritannien, Frankreich und anderen europäischen Ländern wurden Fälle des offenbar neuen Syndroms gemeldet.

Die Krankheit weist Ähnlichkeiten mit dem so genannten Kawasaki-Syndrom auf. Die Ursache dieses Syndroms ist unklar. Vermutet wird eine Fehlreaktion des Immunsystems auf Atemwegsinfektionen. Zu den möglichen Auslösern zählen neben Rhinoviren auch vier schon länger bekannte Typen von Coronaviren.

New York rätselt über tödliche Kinderkrankheit – Zusammenhang mit Corona?
Antje Passenheim, ARD New York
11.05.2020 12:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Mai 2020 um 22:00 Uhr.

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