Eine Hand hält eine brennende Zigarette. | dpa

Neuseeland plant Tabakverbot Wer heute jung ist, soll nie rauchen dürfen

Stand: 09.12.2021 11:15 Uhr

Neuseeland will zu einem rauchfreien Land werden und geht dabei einen ungewöhnlichen Weg: Das Mindestalter für den Kauf von Zigaretten soll jedes Jahr um ein Jahr steigen. Wer heute jung ist, könnte damit niemals legal Tabak kaufen.

Neuseeland will für die heutigen Jugendlichen des Landes und die kommenden Generationen ein lebenslanges Rauchverbot erlassen. Nach einem neuen Gesetz, das die Regierung nun ankündigte, soll das Mindestalter für den Kauf von Zigaretten und ähnlichen Tabakprodukten 14 Jahre betragen und jedes Jahr um ein Jahr heraufgesetzt werden. Das Gesetz soll im kommenden Jahr verabschiedet werden.

Jugendliche, die bei Inkrafttreten des Gesetzes jünger als 14 Jahre seien, könnten in dem Pazifikstaat damit niemals legal Tabakprodukte kaufen, sagte die stellvertretende Gesundheitsministerin Ayesha Verrall.

Wer über dem stetig steigenden Mindestalter liegt, darf laut dem Gesetz weiter rauchen. In der Theorie könnten Raucher also auch 65 Jahre nach Inkrafttreten noch Zigaretten kaufen - allerdings nur, wenn sie dann mindestens 80 Jahre alt sind. Die Regierung hofft allerdings, das Rauchen in der Praxis schon Jahrzehnte früher abzuschaffen. Ihr Plan sieht vor, dass bis 2025 weniger als fünf Prozent der Neuseeländer sich noch als Raucher bezeichnen.

Weniger Geschäftige erhalten Erlaubnis

Dem Plan zufolge können Raucher auch nur noch Tabakwaren mit sehr niedrigem Nikotingehalt kaufen. Zudem sollen immer weniger Geschäfte die Erlaubnis erhalten, Tabakwaren anzubieten. Die Änderungen sollen schrittweise eingeführt werden, um den Einzelhändlern die Anpassung zu erleichtern.

Raucher bei Entwöhnung helfen

Der Anteil der Raucher an der neuseeländischen Bevölkerung ist bereits in den vergangenen Jahren stetig gesunken und liegt noch bei etwa elf Prozent der Erwachsenen. Unter den indigenen Maori liegt der Anteil mit 22 Prozent allerdings deutlich höher.

Rauchen sei die häufigste vermeidbare Todesursache in Neuseeland, so Verrall. Die durch das Rauchen verursachten Schäden seien besonders bei den Maori und in Gemeinden mit niedrigem Einkommen spürbar.

Die Politikerin kündigte auch Maßnahmen an, um Rauchern bei der Entwöhnung zu helfen. "Wenn wir verhindern, dass Menschen mit dem Rauchen anfangen, und denen, die rauchen, beim Aufhören helfen, decken wir beide Enden des Spektrums ab", sagte sie. Kritiker warnten aber bereits, dass ein Verbot den illegalen Handel auf dem Schwarzmarkt anheizen werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 09. Dezember 2021 um 07:19 Uhr.