Saudi-Arabiens Kronprinz Salman | Bildquelle: dpa

Folge aus Angebot entfernt Netflix beugt sich Saudi-Arabiens Druck

Stand: 02.01.2019 08:38 Uhr

Für Netflix ist es eine Satire, für Saudi-Arabien ein Gesetzesverstoß. Auf Druck des Königshauses in Riad nahm der Streamingdienst eine Comedy-Folge aus dem Programm, die Kronprinz Salman kritisiert.

Unter dem politischen Druck des Königshauses von Saudi-Arabien hat der US-Streamingdienst Netflix eine Folge einer Comedy-Show aus dem Programm genommen. Das Unternehmen bestätigte, dass die Episode in Saudi-Arabien nicht mehr gezeigt werde.

US-Komiker Minhaj | Bildquelle: AFP
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Komiker Minhaj kritisiert in der Folge Kronprinz Salman.

In der Folge mit dem Titel "Patriot Act with Hasan Minhaj" kritisiert der 33-jährige US-Komiker Minhaj in Form einer Satire den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman wegen der Ermordung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi in Istanbul. Auch der Militäreinsatz Saudi-Arabiens im Jemen ist ein Thema der Folge, die im Oktober erstmals in den USA zu sehen war.

"Rechtskräftige Aufforderung erhalten"

"Wir unterstützen mit Nachdruck weltweit die künstlerische Freiheit und haben die Folge nur in Saudi-Arabien zurückgezogen, nachdem wir eine rechtskräftige Aufforderung erhalten haben" zur Befolgung der örtlichen Gesetze, erklärte eine Netflix-Sprecherin.

Netflix-Logo leuchtet auf einem Laptop-Bildschirm | Bildquelle: dpa
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Netflix gibt an, erst aufgrund einer rechtskräftigen Aufforderung gehandelt zu haben.

Einem Bericht der "Financial Times" zufolge reagierte der Streamingdienst auf eine Erklärung des Informationsministeriums in Riad, wonach die Satire gegen ein Gesetz zur Cyber-Kriminalität verstoße. Das Ministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Tötung Khashoggis thematisiert

Der Regierungskritiker Khashoggi war am 2. Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul von saudi-arabischen Agenten getötet worden. Die Tötung hatte weltweit für Aufsehen und diplomatische Verwerfungen gesorgt. Der US-Senat bezeichnete in einer Resolution den saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed als "verantwortlich für den Mord". Dieser bestreitet eine Verwicklung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. Januar 2019 um 04:00 Uhr.

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