Die NBA will ihre Saison in einer "Blase" in Florida zuende bringen. | Bildquelle: AP

Profi-Basketball in den USA NBA-Neustart in der "Bubble"

Stand: 30.07.2020 13:29 Uhr

Die amerikanische Basketball-Profiliga NBA startet nach der Corona-Pause erneut ihre Saison - allerdings hermetisch abgeschirmt, damit sich bloß kein Spieler ansteckt.

Von Katrin Brand, ARD-Studio Washington

Es sollte ein schöner Basketball-Abend werden, am 11. März: Die Utah Jazz waren zu Gast in Oklahoma City. Spieler und Fans waren bereit, bis die Durchsage kam: Das Spiel wird verschoben. Ein Spieler aus Utah war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Kurz darauf stellte die NBA den gesamten Spielbetrieb ein.

Als ihm der Basketball genommen wurde, sei das hart gewesen, erinnert sich Ben Golliver, Sportreporter von der "Washington Post". Basketball ist sein Leben. Viereinhalb Monate später ist er rund um die Uhr von Basketball umgeben. Golliver gehört zu der Handvoll Reporter, die in Orlando mit den 22 Teams kaserniert sind, die nun ihre Saison zu Ende spielen. Diese Bubble - die große Blase - ist der vermutlich sicherste Ort in Florida, einem Corona-Hotspot in den USA.

Tägliche Tests

"Alle unsere Begegnungen hier im Job sind drauf angelegt, die Spieler zu schützen", sagt Golliver, mit der schönen Folge, dass auch die Reporter sicher sind. Die Spieler wiederum sind erkennbar froh, mal wieder rauszukommen.

"In Dallas kann man nicht einmal vor die Haustür gehen. Das habe ich auch nicht gemacht", sagt etwa Maxi Kleber von den Dallas Mavericks im ZDF. Nun könne er in Florida wenigstens an den Pool gehen. Bisher funktioniert es. Täglich werden alles getestet, und trotz des Trainingsbetriebs gab es bisher keine einzige Infektion.

Deutscher Spieler im Fokus

Von den deutschen Spielern fällt Dennis Schröder auch den amerikanischen Reportern auf. "Er erlebt ein wirklich schönes Karriere-Comeback", sagt Golliver. Er sei wichtig für seine Oklahoma City Thunder - er stabilisiere sie und halte das Team über Wasser. Allerdings hat Schröder schon angekündigt, dass er für die Geburt seines zweiten Kindes die Blase verlassen wird. Kommt er zurück, muss er in Quarantäne.

Basketballspieler Dennis Schröder spielt in Oklahoma City für die Oklahoma City Thunder. | Bildquelle: dpa
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Dennis Schröder - Spieler bei Oklahoma City Thunder - gehört zu den deutschen Profis beim Neustart der NBA.

Drei Favoriten

Zu den Favoriten gehört Oklahoma sowieso nicht. Da läuft alles auf drei Teams raus: Lakers, Clippers und die Bucks: "Man könnte auch Stein, Schere, Papier spielen", sagt Golliver. "Alle drei haben Stars, um nicht zu sagen Superstars in ihren Teams: Die L.A. Lakers mit LeBron James, die Milwaukee Bucks mit Giannis Antetokounmpo und die L.A. Clippers mit Kawhi Leonard."

Profis thematisieren Polizeigewalt

Die Spieler sind entschlossen, die Diskussion um Ungerechtigkeit und Rassismus in den USA nicht hinter ihrem Sport verschwinden zu lassen. In vielen Interviews thematisieren sie Polizeigewalt gegen Schwarze. Diesmal könnte es auch passieren, dass einige während der Hymne niederknien - bisher ist dies nicht erlaubt in der NBA. "Wir werden sehen, was passiert", sagte Adam Silver, der Liga-Chef bei CNN. Er verstehe, dass das ein einzigartiger Moment in der US-Geschichte sei. Etliche Fans haben schon angedroht, dass sie dann abschalten werden, auch US-Präsident Donald Trump missbilligt diese Art von Protest. Aber das lässt die Spieler offenbar kalt.

Zur Saison-Eröffnung am Freitag treten die Utah Jazz gegen die New Orleans Pelicans an, später dann spielen die Lakers gegen die Clippers. 

Die "Bubble" explodiert: NBA bringt ab heute ihre Saison zu Ende
Katrin Brand, ARD Washington
30.07.2020 11:01 Uhr

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