Palästinenser stehen vor einem Gebäude, das durch israelische Luftangriffe zerstört wurde. | Bildquelle: picture alliance/dpa

Gewalt im Gazastreifen Eine Waffenruhe mit Fragezeichen

Stand: 15.07.2018 15:40 Uhr

Die im Gazastreifen herrschende Hamas hat nach der schwersten Gewalteskalation seit Jahren eine Waffenruhe verkündet. Nach nächtlichen Zwischenfällen blieb es am Sonntag bislang offenbar weitgehend ruhig.

Eine von der radikal-islamischen Hamas verkündete Waffenruhe im Gazastreifen hat am Sonntag offenbar weitgehend gehalten. In den ersten Stunden nach Beginn des Waffenstillstands wurden nach Angaben der israelischen Armee vom Gazastreifen aus noch zwei Raketen und zwei Granaten auf Israel abgefeuert. Die Armee habe daraufhin die Granatwerfer unter Beschuss genommen. Danach blieb es offenbar auf beiden Seiten ruhig.

UN-Sondergesandter in Gaza

Derweil traf der UN-Sondergesandte für den Nahen Osten, Nikolai Mladenow in Gaza ein. Mladenow werde "mit allen involvierten Parteien zusammenarbeiten, um die Situation zu deeskalieren", sagte ein UN-Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP.

Raketenabschuss aus dem Gazastreifen | Bildquelle: AFP
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Bereits am Samstag wurden Raketen aus dem Gazastreifen abgeschossen.

Hamas verkündete Feuerpause

Die Hamas hatte sich am Abend nach eigenen Angaben auf eine von Ägypten vermittelte Feuerpause mit Israel geeinigt. Von israelischer Seite gab es jedoch keine Bestätigung. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte dazu lediglich, das weitere Vorgehen der Armee hänge von der Lage vor Ort ab.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte bei einer Kabinettssitzung, Israel werde keinen Waffenstillstand mit der Hamas akzeptieren, solange darin nicht das Ende aller militanten Feindseligkeiten von seiten der Hamas festgelegt sei. Das umfasse auch brennende Drachen und Ballons, die vom Gazastreifen in den letzten Monaten immer wieder gestartet wurden, auf Felder in Israel niederhingen und dort große Brandschäden verursachten.

Schwerste Offensive seit 2014

Zuvor war der Konflikt zwischen Israel und der Hamas nach monatelangen Spannungen eskaliert. Als Reaktion auf Raketen- und Granatenangriffe aus dem Gazastreifen, bei denen drei Israelis verletzt wurden, startete die israelische Armee die schwerste Offensive in dem Palästinensergebiet seit dem Gaza-Krieg 2014. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben zwei Jugendliche getötet.

Unruhen und Kämpfe seit dem Frühjahr

Die Hamas hatte Ende März zum "Marsch zur Rückkehr in die Heimat" aufgerufen. Dies war eine Reaktion auf das 70-jährige Jubiläum der Staatsgründung Israels, die im Mai gefeiert wurde. Seit März töteten israelische Soldaten bei teils gewaltsamen Protesten an der Gaza-Grenze nach palästinensischen Angaben rund 140 Menschen. Viele davon waren Hamas-Mitglieder.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der Staatsgründung Israels und des ersten arabisch-israelischen Krieges.

Israel bombardiert erneut Ziele in Gaza
tagesschau24 17:00 Uhr, 15.07.2018

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Über dieses Thema berichtete am 15. Juli 2018 NDR Info um 14:00 Uhr, tagesschau24 um 16:00 Uhr und die tagesschau um 16:25 Uhr.

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